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#dadbod: Zeigt her eure Bäuche, Männer!

Schluss mit Fitnessstudio und Rohkost: Der #dadbod-Trend räumt mit gängigen Schönheitsvorstellungen auf - ab jetzt heißt es: Bauchansatz statt Waschbrettbauch. Zumindest für Männer.

Nicht dick, aber auch nicht mit Waschbrettbauch: Männer dürfen sich über den #dadbod-Trend freuen

Nicht dick, aber auch nicht mit Waschbrettbauch: Männer dürfen sich über den #dadbod-Trend freuen

Salat, Rohkost, Eiweißbrot: Typisch Frau, sagen Sie? Nichts da, immer mehr Männer gehören der Spezies der Kalorienzähler und Kohlenhydrateverweigerer an. Hauptsache, der Körper sieht gut aus, Genuss und entspanntes Essen bleiben dabei immer öfter auf der Strecke. Attraktiv ist anders.

Doch auch dann noch, wenn sich ein entspanntes Essverhalten - Burger, Döner, Bier - auf die Körperrundungen auswirkt? Eine neue Bewegung aus den USA sagt jetzt: ja! Ja zu Bierbauch und Burgerwampe beim Mann - und räumt mit den Schönheitsvorstellungen von Waschbrettbauch und gestählter Brust auf. Passt auch viel besser zu Holzfällerhemd und Vollbart, den optischen Hipster-Merkmalen dieser Tage.

Und so zieht Mann ungeniert blank - zumindest obenrum: Brause, Bauch und Kappe:

"It is virtually impossible to compete in today's global economy without a college dad bod."- Forbes Thanks for the share @agustaturner

Ein von CollegeDadBods™ (@collegedadbods) gepostetes Foto am 12. Feb 2015 um 11:29 Uhr

Bei den Damen ist dieser Trend allerdings noch nicht angekommen. Sie tragen zum Bikini weiterhin einen flachen Bauch.

"Yo Ho Yo Ho it's a Dad Bod life for me!" - #piratelife #surrenderthebooty thanks for the share @cofckappasigs @b_dubo @marykohn

Ein von CollegeDadBods™ (@collegedadbods) gepostetes Foto am 26. Apr 2015 um 12:56 Uhr

Das kommt an. In den sozialen Netzwerken wird der dadbod-Trend gehyped. Auf Instagram und Twitter wurden bereits unzählige Bilder von untrainierten Körpern hochgeladen. Prominenter Vertreter ist unter anderem Schauspieler Seth Rogan.

Ausgelöst hat die Bewegung jedoch kein Mann, sondern ein Artikel der 19-jährigen Mackenzie Pearson. Darin beschreibt sie den Körpertyp eines "Dad bod", was für Dad Body steht. Also ein Körper, wie ihn die Generation der Väter hat, eine leicht rundliche Silhouette, der man ansieht, dass Sport zum Spaß und nicht sechs Mal die Woche zur Selbstoptimierung gemacht wird, und dass ein Fitnessstudio kein Ort der Selbstkasteiung ist.

Unter der Überschrift "Warum Frauen den Dad Bod lieben" schreibt sie: "Der Dad bod sagt: Ich gehe ab und zu ins Fitnessstudio, aber ich trinke am Wochenende auch viel und esse sehr gern acht Stücke Pizza auf einmal." Der Dadbod steht also für einen entspannten Typ, der das Leben genießt, anschmiegsam, aber nicht fett ist. "Natürlich lieben wir alle trainierte Männer, aber der #Dadbod lässt einen Typen viel menschlicher, natürlicher und dadurch attraktiver erscheinen." Attraktiv soll er also weiterhin sein. Doch genau das ist der Dadbod auch für Mackenzie Pearson. Gründe dafür nennt sie einige:

- Niemand möchte mit einem Stein kuscheln. Schon gar nicht mit einem Hungerhaken wie Edward Cullen.

- Er isst auch mal billiges Junkfood.

- Mit einem Dad bod wissen Partner schon in jüngeren Jahren, was später mal figurenmäßig auf sie zukommt.

- Neben dem Dad bod lässt es sich einfacher besser aussehen als neben einem durchtrainierten Muskelmann.

- Manche mögen den Dad bod vielleicht auch, weil sie selbst unzufrieden mit ihrem eigenen Körper sind.

Doch wenn die Gründe für den Trend sind, dass sich eine Frau neben ihrem Dad-bod-Partner besser fühlen kann, wieso hat sich Mackenzie Pearson nicht gleich für den Hashtag #Mombod eingesetzt? Denn braucht es wirklich einen Mann ohne Waschbrettbauch, damit eine Frau sich in ihrem Körper wohlfühlen kann? Noch sind die Frauenstimmen in den sozialen Netzwerken leise, doch langsam regt sich Widerstand. Denn was passt besser zum Bierbauch, als Burger, Bikini und Speckröllchen?

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