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Organtransplantation Vater spendet seinem dreijährigen Sohn eine Niere – und könnte ihm so das Leben retten

Organtransplantation: Vater spendet seinem dreijährigen Sohn eine Niere – und könnte ihm so das Leben retten
Aus den Büchern lernt man, dass die Herztransplantation eigentlich eine der einfacheren Eingriffe der Herzchirurgie ist. Unsere erfahreneren Chirurgen würden sagen: „Man näht vier Mal im Kreis.“ Das ist natürlich sehr einfach dargestellt. Es gab tatsächlich Zeiten als man viele Patienten hatte, die nicht voroperiert waren und man auch sehr gute, gesunde Organe verpflanzen konnte, wo diese Operation möglicherweise einfacher war. Heutzutage, so erlebe ich das, ist es eine Operation, die von sehr erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden muss. Weil das Risiko, dass man dort etwas verletzt, was dann zum Beispiel bluten kann und den Patienten dann auch in eine instabile Situation bringen kann, deutlich größer ist als bei nicht voroperierten Patienten. Ein ganz, ganz wichtiger Punkt – und das hat etwas mit der Erhaltung des Organs zu tun, mit dem Herzen, was wir transplantieren wollen – ist die sogenannte Ischämiezeit. Das ist die Zeit, wo das Herz, was man transplantieren möchte, von dem Spender nicht durchblutet ist. Beim Herzen ist es so, dass wir eine maximale Ischämiezeit von vier Stunden tolerieren können. Dann haben Sie vier Stunden Zeit, um dieses Organ nicht nur zu entnehmen, sondern auch zu transportieren – in unser Zentrum bringen, wieder einnähen und wieder die Klemme beim Empfänger öffnen. Stellen Sie sich jetzt mal vor, Sie sind in Hannover oder in Hamburg und sie wollen ein Organ aus Süddeutschland holen, aus München, wo allein die Transportzeit zweieinhalb Stunden beträgt. Die neue Methode, die wir besitzen, ist sozusagen eine ex vivo – also außerhalb des Körpers – Organkonservierung. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass das Herz weiterhin durchblutet wird, was entnommen wird. Es bedeutet auch, dass das Herz dann schlägt, weil durch die Durchblutung wird sozusagen auch Sauerstoff an das Herz weitergegeben. Das kann sich jeder ja gut vorstellen, dass der Vorteil zu der konventionellen Kühlung auf Eis, wo das Organ nicht durchblutet wird, kann ich natürlich eine viel längere Zeit das Herz sozusagen konservieren, bis zur ursprünglichen Transplantation. Wir konnten hier in Hannover zum Beispiel in Nordschweden eine Entnahme machen. Wir waren in Litauen. Normalerweise hätten wir in so einer Situation gesagt: „Entschuldigung, aber Litauen ist so weit entfernt. Wir müssen da über zwei Stunden mit einem Jet hinfliegen. Die Transportzeit und Entnahmezeit würden dann deutlich diese Vier-Stunden-Grenze überschreiten, die wir sonst immer akzeptieren.“ Und so haben wir zum Beispiel Organe akzeptiert, die man sonst verworfen hätte aufgrund der Distanz. Und ich habe natürlich den Vorteil, dass sich Patienten, die voroperiert sind viel, viel gründlicher von ihren ganzen Verwachsungen befreien kann. Und die Sicherheit für die Transplantation dadurch erhöhen kann.
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Seit frühester Kindheit leidet der dreijährige Oliver an einer Nierenkrankheit. Jetzt ist Hoffnung für den Jungen in Sicht: Sein Vater spendet ihm eine seiner Nieren.

Oliver Keitley ist drei Jahre alt, und er hat einen Traum: Der englische Junge möchte gern ausgelassen in einer Hüpfburg oder auf einem Trampolin umherspringen. Wegen einer Nierenerkrankung ist das aber nicht möglich. Seit er fünf Monate alt ist, muss Oliver zu Dialysebehandlungen, in seiner Nase stecken Schläuche. 

Doch jetzt gibt es Hoffnung für ihn – und zwar ausgerechnet durch seinen Vater John Keitley. Der möchte ihm eine seiner Nieren spenden, berichtet das englische Nachrichtenportal "Birmingham Live". Bei ärztlichen Untersuchungen stellte sich heraus, dass Keitley als Spender in Frage kommt, damit könnte er seinem Sohn möglicherweise das Leben retten. Ende April soll Keitley bei einer Operation die Niere entnommen und kurz darauf seinem Jungen eingesetzt werden.

Die Niere ist ein Geburtstagsgeschenk für Oliver

Keitley zögerte keine Sekunde, als er von der Möglichkeit der Organspende erfuhr: "Ich bin einfach so glücklich, dass ich meinem Sohn ein solches Geschenk wie eine Niere machen kann, damit er leben kann." Die Nachricht kam genau zur richtigen Zeit – Oliver wird in der nächsten Woche vier Jahre alt. Die neue Niere soll sein Geburtstagsgeschenk werden. Eines, von dem er hoffentlich sein ganzes Leben lang etwas hat.

Seine Mutter Cat erzählte "Birmingham Live", dass Oliver bereits mit Lungenproblemen geboren wurde und sie ihn deshalb in den ersten zwölf Tagen seines Lebens nicht auf den Arm nehmen konnte. Später infizierte er sich mit dem Bocaparvovirus, überlebte aber auch diese Erkrankung. Heute liebt er Tiere und interessiert sich für Dinosaurier. "Es ist ein Wunder, dass Oliver überhaupt hier ist", so Cat Keitley. "Dank John hat er jetzt die Chance auf ein normales Leben."

Organtransplantation: Vater spendet seinem dreijährigen Sohn eine Niere – und könnte ihm so das Leben retten

Im Nachgang der Transplantation wird sich die 28-Jährige sowohl um ihren Ehemann als auch um ihren Sohn kümmern. John Keitley wird nach der Operation wohl sechs Wochen brauchen, um sich wieder zu erholen. Für diese Zeit hat seine Frau unbezahlten Urlaub genommen. Um dennoch finanziell versorgt zu sein, sammelt die Familie über eine Crowdfunding-Kampagne Spenden. Bei Oliver gehen die Ärzte davon aus, dass er schon nach zwei oder drei Wochen wieder auf der Höhe sein wird – und dann hoffentlich bald aufs Trampolin kann.

Quellen: "Birmingham Live" / GoFundMe

epp

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