A Clear Vision Start für "Internationales Haus der Photographie"


Mit einem Einblick in die Sammlung des Hamburger Fotografen F.C. Gundlach wurde das "Internationale Haus der Photographie" in Hamburg eröffnet.

Mit einem Einblick in die Sammlung des Hamburger Fotografen F.C. Gundlach hat am Dienstag das "Internationale Haus der Photographie" in Hamburg seine Ausstellungstätigkeit aufgenommen. Damit beginnt die Umstrukturierung der Deichtorhallen zu einem Zentrum für das Medium Fotografie. Von diesem Mittwoch an bis zum 25. Januar sind in der Schau "A Clear Vision" rund 400 Bilder aus der 12 000 Werke umfassenden Sammlung Gundlachs zu sehen. Der langjährige Deichtorhallen-Direktor Zdenek Felix hat die Ausstellung zusammengestellt. Das "Internationale Haus der Photographie" wird nach dem Umbau der südlichen Deichtorhalle 2004 offiziell eröffnet.

Erstes Labor hinter dem Duschvorgang

Der 77-jährige Gundlach ist Gründungsdirektor des "Internationalen Hauses der Photographie". Seine in eine Stiftung überführte Kollektion - eine der begehrtesten und wichtigsten Fotografiesammlungen Europas - überlässt er dem Haus als Dauerleihgabe. Schon mit zehn Jahren entwickelte er hinter dem Duschvorhang im elterlichen Badezimmer eigene Fotos. Später wurde F.C. Gundlach (eigentlich Franz-Christian) einer der bedeutendsten deutschen Modefotografen der Nachkriegszeit.

Ende der 60er legte Gundlach die Kamera beiseite. 1967 gründete er das Dienstleistungsunternehmen "Professional Photo Service" (PPS), das Fachlabors und Studios betrieb. Später erweiterte er seine Firma um die "PPS-Galerie F.C. Gundlach" in Hamburg, die erste reine Fotogalerie in Deutschland. Anfang der 90er, das Unternehmen erwirtschaftete nun jährlich über 30 Millionen Mark, verkaufte Gundlach sein Imperium und wurde zum leidenschaftlichen Sammler und Ausstellungsmacher.

Von 2006 an wird der designierte künstlerische Direktor der Deichtorhallen, der im Januar 2004 antretende Robert Fleck, die beiden rund 6000 Quadratmeter umfassenden Deichtorhallen allein leiten. Er plant Kooperationen mit nationalen und internationalen Kunsthallen. Die Fotografie-Ausstellungen in der südlichen Deichtorhalle sollen von Präsentationen bildender Kunst in der Nordhalle begleitet werden.

"Lustvolle Auseinandersetzung mit der Fotografie"

"Wir wollen einladen zu einer lustvollen Auseinandersetzung mit der Fotografie, wollen das Schöne, das Schreckliche, das Elegante und das Wilde in der Fotografie zeigen und auch ein junges Publikum ansprechen", sagte Gundlach.

Den Schwerpunkt der Ausstellung "A Clear Vision" bilden Fotografien aus den vergangenen 50 Jahren. In der Schau sind 56 Künstler vertreten. Thematisch konzentriert sie sich auf das Bild des Menschen in der Fotografie. Vertreten sind inszenierte Fotografie, Reportage-, Künstler- und Aktfotografie. Die Modefotografie hat Felix in seiner Ausstellung ausgespart: "Der Komplex ist so umfassend, dass er mehrere eigene Ausstellungen hergibt."

Neben Fotografien von Erwin Blumenfeld, Irving Penn, Robert Frank, Harry Callahan und Otto Steinert werden auch Arbeiten weniger bekannter Künstler gezeigt. Ein besonderes Augenmerk erfährt die Fotografie aus Osteuropa, vertreten unter anderem durch Josef Koudelka, Antanas Sutkus und Evgenij Mochorev. (Zur Ausstellung erscheint ein 204-seitiger Katalog zum Preis von 29 Euro.)


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