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Albinismus in Tansania: Ein Leben voller Angst und Schatten

In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Menschen mit Albinismus wie in Tansania. Sie müssen in ständiger Angst leben: vor der Sonne - aber auch vor skrupellosen Menschenjägern, die aus ihnen Tränke brauen wollen.

Grace Manyika blickt hinauf zu den Hängen des Kilimandscharo

Grace Manyika blickt hinauf zu den Hängen des Kilimandscharo. In keinem anderen Land der Welt leben so viele Menschen mit Albinismus wie in Tansania.

Sie haben bleiche Haut, helle Augen, helles Haar. Ihre Nachbarn und die meisten ihrer Verwandten sind schwarz; sie aber wurden so weiß geboren, dass sie sich permanent vor der afrikanischen Sonne schützen müssen.

In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Menschen mit Albinismus wie in Tansania. Eine Pigmentstörung sorgt dafür, dass sich Haare und Augen nicht dunkel färben, dass die Haut anfällig ist für Sonnenbrand und Hautkrebs. Früher galten betroffene Menschen in Afrika als Geister, nicht selten wurden sie nach der Geburt getötet. Heute gelten sie als Geldquelle für skrupellose Menschenjäger.

Weil ihrer Haut, ihren Haaren, ihren Knochen magische Kräfte zugeschrieben werden, weil ein daraus gebrauter Trank die Libido erhöhen und Wohlstand bringen soll, zahlen Menschen für ihre Körperteile viel Geld. Der Körper eines Menschen mit Albinismus soll umgerechnet Zehntausende Euro, vielleicht sogar Hunderttausende Euro wert sein – eine Menge Geld in einem so armen Land wie Tansania. Immer mehr Mörderbanden machen daher Jagd auf die Betroffenen, und trotz des Schutzes durch Polizei, Nachbarn und Familie kommen immer wieder Menschen um. So groß ist die Gefahr inzwischen, dass der Staat es für notwendig erachtet hat, Schutzhäuser zu errichten.

Eines dieser Häuser steht in Kabanga, nahe der Grenze zu Burundi. Die spanischen Organisationen Africa Directo und AIPC Pandora versuchen dort, die Betroffenen zu schützen und ihre Diskriminierung zu bekämpfen. Die Fotojurnalistin Ana Palacios - hier auf Facebook und Instagram - hat das Leben der Bewohner und die Arbeit von Ärzten und Chemikern in den vergangenen Jahren dokumentiert.

car
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