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Fotoreportage aus Passau: Unterwegs mit Flüchtlingen, die gerade in Deutschland angekommen sind

Kurz hinter der Grenze bei Passau werden sie ihrem Schicksal überlassen. Dann wollen sie weiter: nach Hamburg, nach München, zu Fuß. Sie sind also angekommen - haben aber immer noch bis zu 800 Kilometer vor sich.

Eine Fotoreportage von Sebastian Backhaus

Fluechtlinge in Mittich

Eine Gruppe Afghaner sitzt auf einer Verkehrsinsel im Dorf Mittich bei Passau, dort wo ihr Schleuser sie abgesetzt hat. Sie warten auf den Sonnenaufgang und möchten mit dem ersten Licht ihren Weg ins über 800 Kilometer entfernte Hamburg beginnen und zwar, so ihr Plan, zu Fuß.

Die A3 in der Nähe von Passau. Es früh am Morgen und nicht sonderlich warm. Auf Feldern und Wiesen, auf Dorfwegen und an Straßenrändern sind sie unterwegs: Syrer, Iraker, Afghanen - lose Gruppen, Familien mit und ohne Kinder. Hier, an der Grenze zu Österreich wurden sie ausgesetzt von Schleusern und ihrem Schicksal überlassen. Immerhin: Sie sind in Deutschland. Doch wohin jetzt? Die Flüchtlinge irren durch die dunkle bayrische Idylle und suchen den Weg zu den Städten, die sie kennen, in denen sie Verwandte haben. Zu Fuß. "Wo sind wir hier? Ist das Deutschland? Welche Straße führt nach Hamburg, welche nach München?", fragen sie verunsichert.

Die Polizei beendet die Flucht

Ihr Ziel erreichen sie nicht immer, oft endet der Weg schon bei Sonnenaufgang. Dann greift die Polizei die Flüchtlinge in Dörfern wie Mittich oder Pocking auf und bringt sie zur Registrierung in eine improvisierte Unterkunft. Dort werden sie mit Decken, Wasser und Sandwiches versorgt, dort können sie beginnen, sich von den Strapazen ihrer Flucht zu erholen.

Der Fotograf Sebastian Backhaus war im deutsch-österreichischen Grenzgebiet unterwegs – und hat Flüchtlinge ein Stück auf ihrem Weg begleitet 


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