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Unesco: Bremen, das Elbtal und Bad Muskau werden Welterbe

Drei deutsche Städte können sich über die Aufnahme als Weltkulturerbe freuen. Das Elbtal Dresden, das Rathaus und der Roland von Bremen sowie der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau haben diese Anerkennung erhalten.

Das Dresdner Elbtal, Bremens historischer Stadtkern und der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau an der sächsisch- polnischen Grenze sind neue Weltkulturerbe-Stätten der Unesco. Das entschied der Welterbe-Ausschuss der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Suzhou (China), wie die deutsche Unesco-Kommission in Bonn bestätigte. Damit wurden alle drei diesjährigen deutschen Bewerber in die Liste schützenswerter Kulturstätten aufgenommen. Insgesamt erhielten weltweit rund 40 Stätten neu den Status eines Welterbes.

Die Hansestadt Bremen schaffte es im zweiten Anlauf, nachdem sie sich 2003 mit dem historischen Rathaus und dem Wahrzeichen der Stadt, dem steinernen Roland, erfolglos beworben hatte. "Das ist eine ganz wunderbare Nachricht und große Anerkennung für die ganze Stadt, auf die wir in Bremen stolz und glücklich sind", sagte Bürgermeister Henning Scherf (SPD). Rückenwind sehen die Bremer damit auch für ihre Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas.

Pünktlich zum 600. Geburtstag

Der Bremer Roland wacht seit 600 Jahren auf dem Marktplatz vor dem Rathaus über die Stadt. Nach alter Überlieferung ist die Freiheit Bremens solange nicht in Gefahr, wie der 9,61 Meter hohe Riese aufrecht steht. Das Rathaus mit einer Renaissance-Fassade feiert 2005 seinen 600. Geburtstag.

"Erhebung in den Adelsstand"

Das Dresdner Elbtal besteht aus 19,3 Quadratkilometern Fläche beidseitig der Elbe zwischen Schloss Übigau im Westen und Schloss Pillnitz im Osten. Für Sachsens Kunstminister Matthias Rößler (CDU) kommt die Unesco-Entscheidung "einer Erhebung in den Adelsstand gleich". Dresdens Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (FDP) erhofft sich von der Ernennung "einen großen Schub in vielen Bereichen, vor allem im Tourismus".

Deutsch-polnisches Vorzeigeprojekt

Bad Muskau hatte sich in einem gemeinsamen deutsch-polnischen Antrag mit dem Fürst-Pückler-Park beworben, der als deutsch-polnisches Vorzeigeprojekt gilt. Auf 750 Hektar erstreckt sich die von Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785 bis 1871) geschaffene Landschaft, zwei Drittel der Fläche liegen auf polnischem Boden.

Deutschlandweit 30 Welterbestätten

In Deutschland gibt es damit jetzt insgesamt 30 Welterbe-Stätten, darunter der Kölner und der Aachener Dom, die Berliner Museumsinsel, das klassische Weimar, die Luthergedenkstätten Eisleben und Wittenberg, das Obere Mittelrheintal und die Essener Zeche Zollverein. Insgesamt gehören nun mehr als 800 Kultur- und Naturstätten zum Unesco-Welterbe. Darunter sind etwa die Pyramiden in Ägypten, Venedig, die Chinesische Mauer, der Serengeti-Nationalpark in Tansania, der Grand Canyon in den USA oder das Great Barrier Reef vor Australien.

Auch viele Ausländische Stätten mit aufgenommen

Neu hinzu kamen erstmals Kulturschätze in Nordkorea und Nordchina sowie Andorra. Den Welterbe-Status erhielten im Ausland unter anderem auch der tropische Regenwald von Sumatra, die Vulkane der Karibikinsel Saint Lucia, die für ihre vielfältige Pflanzenwelt berühmte Cape Floral Region in der südafrikanischen Kap-Provinz, eine Inselgruppe vor Norwegen, eine Klosteranlage in Moskau, ein archäologischer Park in Indien sowie Stätten in Iran, Japan, Jordanien und Kasachstan.

Die Welterbe-Konvention wurde 1972 verabschiedet und mittlerweile von mehr als 160 Staaten unterzeichnet. Ziel ist es, weltweit herausragende Kulturgüter und Naturgebiete zu erfassen und dauerhaft als Erbe der gesamten Menschheit zu sichern. Für eine Anerkennung als Welterbe werden hohe Anforderungen gestellt. So muss das Gebiet einzigartig sein. Es muss zudem Konzepte geben, wie es für künftige Generationen erhalten werden soll.

DPA / DPA