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World Press Photo Award: Preis geht an Italiener

Die Gewinner des World Press Photo Awards 2009 stehen fest: In der Kategorie "Pressefoto des Jahres" setzte sich der Italiener Pietro Masturzo durch. Der Preis, der als Goldmedaille des Fotojournalismus gilt, wurde in insgesamt zehn Kategorien vergeben.

Zum 53. Mal seit ihrem Bestehen hat die Jury im holländischen Amsterdam den World Press Photo Award, den wohl berühmtesten Fotopreis der Welt, verliehen. Zwölf Tage lang sichteten die Preisrichter unter Leitung des Vize-Fotochefs von Reuters, Ayperi Karabuda Ecer, tausende von eingereichten Bildern.

Mit dem ersten Platz in der wichtigsten Kategorie "Pressefoto des Jahres" setzte sich der Fotograf Pietro Masturzo aus Italien durch. Sein Bild zeigt Frauen, die in einer Nacht nach den umstrittenden Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 auf einem Dach in Teheran stehen und Protestparolen rufen.

Reuters-Mann Ecer begründete die Entscheidung: "Das Foto zeigt den Anfang von etwas, den Anfang einer riesigen Geschichte. Es fügt Aussichten zu Nachrichten hinzu. Es berührt dich visuell und emotional."

Zwei Fotos pro Sekunde

Der Preis wird jährlich von der unabhängigen und gemeinnützigen Stiftung World Press Photo verliehen, die ihren Sitz in den Niederlanden hat und von dem Postdienst TNT und dem Kamerahersteller Canon gesponsert wird. In ihre Auswahl-Jury beruft die Stiftung namhafte Fotojournalisten aus aller Welt.

Einziger deutscher Vertreter in dem Gremium war in diesem Jahr Volker Lensch, Foto-Chef des stern. "Von den insgesamt 101.960 eingesandten Fotos hatten wir ca. 75.000 auszuwählen", berichtet Lensch, der in der Vorjury Bilder der Rubrik "Nachrichten und Dokumentation" sichtete. Diese Kategorie teilte sich auf in die Aspekte Menschen in den Nachrichten (people in the news), höchst aktuelle Nachrichten (spot news), tägliches Leben (daily life) und Kunst und Unterhaltung (arts and entertainment). Es sei zwar ein Privileg gewesen, Fotos aus der gesamten Welt beurteilen zu dürfen, sagt Lensch. "Aber es war auch sehr anstrengend, weil die Bildfrequenz etwa zwei Fotos pro Sekunde war. Am Abend waren die Augen schon ziemlich eckig."

Ab dem 23. April werden die Bilder zu einer Wanderausstellung zusammengefasst, die in 100 Städten in 45 Ländern gezeigt wird. Die Ausstellungen hatten in der Vergangenheit jeweils etwa zwei Millionen Besucher angezogen.

Roman Heflik