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Teil 18: Kein Kuschelhase

Kaum Alkohol, lascher Geschmack: Nach Vorurteilen muss man bei Roséweinen nicht suchen. Unser Vertreter hält sich an die richtige Formel: Frucht plus Frucht plus Frucht ergibt Vergnügen.

Chile, Wein 2

Der Typ

Sanft & stark

Müde? Matt? Marode? Ein klarer Fall von Winterdepression! Was hilft dagegen? Ein Glas San Rafael natürlich, das ist ein südamerikanischer Stimmungsmacher, der einem die Zündung wieder optimal einstellt. Doch aufgepasst! Unser chilenischer Rosé ist keines der üblichen rosa Kuschelhäschen, sondern bringt mit 13 Prozent Alkohol ein bärenstarkes Drehmoment – erst ins Glas, dann in die Blutbahn. Das verdankt er der roten Rebsorte Carmenère, die wir bereits in der vergangenen Woche kennengelernt haben – da allerdings als vollblütiges Kraftpaket. Doch auch als reinsortige Rosé-Version zeigt sie ihr Charisma, denn selbst ohne viel Farb- und Gerbstoff kommt ihr Hubraum immer noch glänzend zur Geltung. Schließlich ist Rosé ja auch ein Rotwein – nur einer fast ohne Farbstoffe. Ergo enthält er das, was auch im Rotwein drin ist: Alkohol, Fruchtsäuren, Mineralien, Aromen, Farb- und Gerbstoffe. Letztere natürlich in viel geringerer Konzentration, aber dafür hat San Rafael die drei wichtigsten Zutaten unter der Motorhaube, die einen Rosé zum Renner machen: Frucht, Frucht und Frucht!

Die Welt des Rosé ist überschaubar, im Grunde M genommen gibt es nur zwei Typenklassen. Da ist die Variante, deren Farbspektrum von fast Weiß bis Hellrosa reicht, je nachdem wie lange der Traubensaft Kontakt mit den farbstoffhaltigen Schalen hatte. So gibt es die leichten, alkoholärmeren Typen: Deutscher Weißherbst und Rosé d’Anjou zählen dazu und, wenn man es ganz genau nimmt, auch "Blancde- Noirs-Champagner", der ja ebenfalls aus roten Trauben gekeltert wird – alles Weine aus kühlen Regionen. Der andere Typ ist viel kräftiger und herber, kann schon wie ein heller Rotwein aussehen und stammt aus warmen Gebieten: Tavel in Südwestfrankreich, Rosé aus der Provence, Rosado aus Spanien oder, wie die Startnummer von heute, aus Chile.

Dort fertigt die Kellerei Via in der Subregion Maule im Valle Central einen Rosé, der das Beste beider Archetypen vereint: exotische Anklänge von Kumquats, Ingwer und Bienenwachs im Duft verbinden sich mit einem cremigen, aber doch kräftigen und schön langen Geschmack. Ganz egal, welchen Typ man bevorzugt – Rosé eignet sich als universeller Essensbegleiter: von der Grillparty übers Picknick bis hin zu gebratenem Fisch, Geflügel, Salaten. Unser Antidepressivum kann eben fast alles!

Fakten Chile

Erster Wein: 1554. Kommerzieller Weinbau seit etwa 1850
Rebfläche: 116 000 Hektar (Rang 9)
<bb>Weinbau: 32. bis 38. Grad südlicher Breite
Bedeutendste Weinbauregion: Maipo
Häufigste Rebsorten: Rot (75 %): Cabernet Sauvignon, País, Merlot, Carmenère. Weiß (25 %): Sauvignon Blanc, Chardonnay, Muskateller
Exportanteil: 60 %

Der Wein

2006 Carmenère Rosé "San Rafael", Via, Valle Central, Chile

Stil: Rosé aus der Sorte Carmenère Farbe: helles Kupferrot Duft: Maracuja, Apfel, Honig, Ingwer Geschmack: weich, fruchtig, langes Finale Herkunft: Valle del Maule Trinktemperatur: um 12 Grad Glas: Bordeauxtyp Trinkzeitpunkt: jetzt Essen: Fisch in jeder Version. Kalte Speisen: Kochschinken, Roastbeef mit Remoulade, Mayonnaise, kräftige Dips, Salate

Fabian und Cornelius Lange / print
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.