Berlin Drei Menschen sind innerhalb eines Jahres an dieser Kreuzung gestorben. Ein Lehrstück, wie das deutsche Verkehrsrecht Leben kostet

Kreuzung Greifswalder Straße/Prenzlauer Berg
Insgesamt 45.000 Autos befahren die Kreuzung in Berlin – täglich. Hinzu kommen mindestens ebenso viele Menschen auf Rädern, Rollern, in der Tram und zu Fuß
© Verena Brüning
Sie liegt mitten in Berlin. Innerhalb eines Jahres starben an einer Kreuzung in Berlin/Prenzlauer Berg bei Unfällen drei Menschen. Warum so lange nichts passierte. 

Die Sonne war gerade erst aufgegangen, als sich die Krankenschwester Cindy Bohnwagner im Norden Berlins auf ihr schwarzes Damenrad setzte, auf dem Rücken einen Rucksack mit neongelbem Regenschutz. Es war Freitag, der 14. Mai 2021, Bohnwagner musste zur Frühschicht in die Charité.

Um 6.06 Uhr fuhr Bohnwagner auf eine große Kreuzung der Greifswalder Straße, eine dieser breiten, mehrspurigen Berliner Ausfallstraßen, die von den Plattenbausiedlungen am nordöstlichen Stadtrand wie gewaltige Schneisen durch die teuren Altbauviertel des Prenzlauer Bergs in die Mitte der Stadt führen.

Und zeitgleich mit ihr ein grüner Betonmischlaster.

Ein Autofahrer wird später von einem knirschenden Geräusch berichten, danach von lauten Schmerzensschreien.


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