Abgründe der Seele "Sie haben keine Emotionen": In der Freizeit erforscht dieser Kommissar die Psyche von Serienmördern

Forschung zu Serienmördern: Stephan Harborts abgründiges Spezialgebiet
Stephan Harbort (l.) korrespondierte mit etlichen Serienmördern. Persönlich getroffen hat er unter anderem die "Blaubeermariechen" genannte Maria V. (r.)
© Marc Jahnen; DPA
Stephan Harbort hat Dutzende von Serienmördern getroffen. Der Kriminalist und Buchautor hat ihnen Fragebögen geschickt, ihre Akten studiert, versucht, sie zu verstehen.
Von Anette Lache

Herr Harbort, Sie haben mehr als 50 Serienmörder in Gefängnissen und Forensischen Psychiatrien besucht. Wie sprechen diese Menschen über ihre Taten?

Vor allem leise. Oftmals auch vorsichtig, zurückhaltend. Viele meiner Bekannten denken, das müssten dramatische Gespräche sein, die ich da führe. So ist es aber nicht. Emotionen spielen zumindest bei den meisten männlichen Tätern keine Rolle – weil sie keine haben. Sie zeigen kein Gefühl, wenn sie schildern, wie sie jemandem einen Kehlschnitt gesetzt haben.

Gibt es Serienmörder, die stolz sind auf ihre Taten?

Stolz ist der falsche Begriff. Einige der Täter glauben, etwas Außergewöhnliches vollbracht zu haben. 

Mehr zum Thema