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Nach Kritik an Staatsoper Hamburg hofft auf Schenkung neuer Oper von Milliardär Kühne

Klaus Michael Kühne mit Ehefrau Christine
Klaus Michael Kühne mit Ehefrau Christine bei den Salzburger Festspielen 2021. Der Milliardär und Unternehmer will eine neue Oper in Hamburg bauen lassen.
© Franz Neumayr / picturedesk.com | Franz Neumayr / Picture Alliance
Der Unternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne hat von Plänen berichtet, eine neue Oper in Hamburg zu bauen. Demnach erarbeitet er bereits mit dem Investor René Benko ein Finanzierungskonzept für den millionenschweren Neubau in der Hafencity. Die Stadt hofft auf eine Schenkung. 

"Der Erste Bürgermeister und der Kultursenator kennen die Idee von Herrn Kühne, ein neues Opernhaus zu bauen", sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten aber klar zum Ausdruck gebracht, dass ein Mietkaufmodell im Rahmen einer Kooperation mit dem österreichischen Investor René Benko für den Senat nicht in Frage komme. "Eine Schenkung durch Herrn Kühne beziehungsweise seine Stiftung nach dem Vorbild der Kopenhagener Oper wäre dagegen ein bemerkenswertes mäzenatisches Engagement."

In dem Fall würde die Stadt die Bereitstellung und Erschließung eines geeigneten Grundstücks sowie die Verlagerung des Opernbetriebs an den neuen Standort prüfen, sagte Schweitzer.

Klaus-Michael Kühne: Hamburg habe Besseres verdient

Kühne hatte im Nachrichtenmagazin "Spiegel" von seinen Plänen berichtet und zugleich Kritik an der Staatsoper Hamburg geäußert. Demnach halte er das Opernhaus am Gänsemarkt für asbestverseucht und die Akustik für mangelhaft. Hamburg habe Besseres verdient. "Dazu möchte ich gern einen Beitrag leisten", sagte Kühne dem "Spiegel".

Dem Bericht zufolge erarbeitet er bereits mit Benko ein Finanzierungskonzept für einen bis zu 400 Millionen Euro teuren Neubau in der Hafencity. Kühne habe sich für den Abriss des alten Opernhauses ausgesprochen, um dort ein modernes Immobilienprojekt entwickeln zu können. "Dann könnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen", sagte er dem Magazin.

Im Senat sieht man die Pläne kritisch. "Das bisherige Gebäude der Staatsoper ist nicht nur traditionsreich, sondern für Musiktheater nach wie vor hoch attraktiv", sagte Schweitzer. "Es könnte dann für andere Zwecke genutzt werden, würde aber auf jeden Fall erhalten bleiben, weil es unter Denkmalschutz steht und die lange Hamburger Operngeschichte am Dammtor repräsentiert."

nk dpa

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