Proteste im Iran Iran-Experte Adnan Tabatabai: "Wir werden die ganze Härte des Systems sehen"

Proteste im Iran
Tausende Menschen gehen seit dem Tod der 22-jährigen Iranerin Mahsa Amini auf die Straße und protestieren gegen das Regime in Teheran. Mehrere Menschen verloren bereits ihr Leben
© Stringer/ / Picture Alliance
Frauen, die sich die Haare abschneiden, Schüsse auf den Straßen und ein Präsident, der Drohungen ausspricht. Im Iran spitzt sich die Lage nach der mutmaßlichen Tötung der 22-jährige Mahsa Amini weiter zu. Iran-Experte Adnan Tabatabai über die Zukunft der Proteste und warum Teheran in der Energiekrise trotzdem zum Retter werden könnte. 

Herr Tabatabai, vor einer Woche wurde die 22-jährige Iranerin Mahsa Amini von Sittenwächtern mutmaßlich zu Tode geprügelt, weil sie ihren Schleier falsch getragen hat. Die Proteste sind seither nicht abgeebbt. Sind Sie vom Ausmaß der Demonstrationen überrascht? 
Ich glaube, dass der Zeitpunkt hier eine wichtige Rolle spielt. Islamische Dresscodes und Verschleierung wurde in den letzten Monaten auch vonseiten der politischen Elite sehr stark diskutiert. Die Stimmung um die Sittenpolizei war insofern ohnehin aufgeheizt. Wenn es dann zu so einem Fall kommt, sind Demonstrationen natürlich zu erwarten. Ihre Breite und Größe haben aber viele überrascht.  

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