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Zwischen Wacken und Itzehoe Zwillingsschwester rettet Bruder aus brennendem Auto

Brennendes Autowrack: Schwester rettet Zwillingsbruder
Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten am brennenden Autowrack
© Kreisfeuerwehrverband Steinburg/Stefan Warias/Doku-Team KFV-Steinburg
Der siebte Sinn unter Geschwistern: Eine 19-Jährige wird nachts von einem Autounfall vor ihrer Haustür aufgeschreckt. Bei der Ersten Hilfe bemerkt sie, dass sie gerade ihren Zwillingsbruder aus dem Wrack zieht.

Mitten in der Nacht hört Anneke B. einen lauten Knall und schreckt hoch. Als sie direkt vor ihrer Haustür das brennende Auto sieht, eilt sie zur Unfallstelle. Sie will den Fahrer aus dem brennenden Wagen ziehen und bemerkt plötzlich: Der Verletzte ist ihr eigener Zwillingsbruder.

Die unglaubliche Rettungsgeschichte ereignet sich laut einem Bericht der "Hamburger Morgenpost" am Sonntagmorgen um 3.30 Uhr auf einer Landstraße am Rande der Gemeinde Mehlbek zwischen Wacken und Itzehoe. Ein blauer Golf 3 kommt auf schnurgerader Straße von der Fahrbahn ab und kracht gegen einen Baum, sofort schlagen Flammen aus dem Motorraum. Doch der Fahrer hat Glück: Wenige Meter entfernt steht das einzige Haus weit und breit - der große Bauernhof seiner Familie.

"Ich stand selbst unter Schock"

Anneke B. liegt noch wach, während ihre Mutter und ihre Schwester tief schlafen: "Ich war in Wacken und habe noch Freunde nach Hause gefahren", so die Gymnasiastin zu der Zeitung. Sofort sei sie mit ihrem Auto die 250 Meter zum brennenden Auto gefahren.

Im Dunkeln habe sie zunächst gar nicht erkennen können, dass es sich um ein Fahrzeug der eigenen Familie handelt. Erst nachdem sie den Notruf gewählt habe, erkennt sie den Verletzten als ihren eigenen Zwillingsbruder, der ebenfalls gerade aus Wacken auf dem Weg nach Hause war. Sofort habe sie ihn an den Armen gepackt und aus dem Auto gezogen. Angst habe sie dabei nicht verspürt: "Ich stand selbst unter Schock."

Keine Hinweise auf Alkoholeinfluss

Ihr Bruder Niclas B. wird mit einem Oberschenkelbruch ins Krankenhaus gebracht. Warum er von der Fahrbahn abkam, sei nach Angaben der Polizei noch unklar: Auf überhöhte Geschwindigkeit oder Alkoholeinfluss gebe es keine Hinweise, der Fahrer könne sich nicht erinnern. Für seinen Schutzengel zählt ohnehin nur, dass der Unfall nicht noch schlimmere Folgen hatte: "Ich bin nur froh, dass ich noch wach war", so Anneke B. zur "Hamburger Morgenpost". "Ich hätte den Knall sonst bestimmt nicht gehört."

tim

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