Eine Frau hat teure Gold- und Silberohrringe mit Diamanten beim Zoll als "Fantasieschmuck" angemeldet, um mutmaßlich Einfuhrsteuern zu umgehen. Statt dem eigentlichen Wert von rund 2.000 Euro habe die Frau aus dem Landkreis Tuttlingen das Paket lediglich mit einem Wert von 40 Euro angemeldet, teilte der Zoll mit.
Bei der Kontrolle des Pakets seien die Beamten misstrauisch geworden. Der Hersteller habe laut einer Sprecherin des Zolls offensichtlich in dem Paket gestanden. Die Beamten haben daraufhin das Produkt auf der Webseite gesucht und herausgefunden, dass es echter Schmuck ist.
Empfängerin reagierte Wochen nicht auf Briefe vom Zoll
Bis der Zoll den Vorgang abschließen konnte, habe es Wochen gedauert, schilderte eine Sprecherin. Die Frau habe lange Zeit nicht auf die Briefe der Behörde reagiert. Erst Anfang Februar sei ihr Freund zum Zollamt in Deißlingen (Kreis Rottweil) gekommen und habe die fehlende Steuer für das Paket aus der Ukraine beglichen.
Gegen die Empfängerin werde nun wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. Es könne ein Bußgeld auf die Frau zukommen, sagte die Sprecherin weiter. Dies müsse aber noch von der zuständigen Stelle entschieden werden.
Zoll: Immer wieder falsche Angaben zu Warenwert
Laut Zollsprecherin komme es immer wieder vor, dass versucht werde, durch die Deklarierung eines Pakets als Geschenksendung oder die Angabe eines zu niedrigen Warenwerts Steuern zu umgehen. Genauere Statistiken führe der Zoll aber nicht. Geschenksendung aus einem Land außerhalb der Europäischen Union dürfen nicht teurer als 45 Euro sein. Ansonsten fallen Abgaben an.