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Umgang mit Sinti und Roma LKA Bayern will sich seiner rassistischen Geschichte stellen

Polizist steht vor Nürnberger U-Bahn
Das Landeskriminalamt Bayern soll bis 1965 eine unrühmliche Vorreiterrolle im rassistischen Vorgehen gegen Sinti und Roma eingenommen haben (Symbolbild)
© Nicolas Armer / DPA
Nach der Dissertation einer ihrer Kriminalhauptkommissarinnen plant das Landeskriminalamt in Bayern, seine Geschichte kritisch aufzuarbeiten. Das LKA hatte Sinti und Roma bis 1965 unter dem diffamierenden Bezeichnung "Zigeuner" erfasst.

Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) will seinen Umgang mit Sinti und Roma in früheren Jahren aufarbeiten. Bis 1965 habe es dort die so genannte Landfahrerzentrale gegeben, wo Menschen unter der diffamierenden Fremdbezeichnung "Zigeuner" zentral erfasst worden seien, teilte das BLKA in München am Dienstag mit. Eine Kriminalhauptkommissarin hat dazu für ihre Dissertation geforscht. Bayern habe vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik eine negative Vorreiterrolle im Vorgehen gegen Sinti und Roma eingenommen, so ihre Erkenntnis. Dies habe sich nach dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt.

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma begrüßt Entscheidung

BLKA-Präsident Harald Pickert kündigte an, Lehren daraus zu ziehen und etwa junge Beamtinnen und Beamte schon in der Ausbildung für dieses Thema zu sensibilisieren. Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, begrüßte das Vorhaben. Mit der Auflösung der Landfahrerstelle 1965 habe die rassistische Sondererfassung von Sinti und Roma im BLKA nicht geendet. Die Untersuchung sei nur ein Anfang. Nun müssten unabhängige Historiker die Kontinuität nach 1965 untersuchen.

jus DPA

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