Keine Entwarnung, aber ein Teilerfolg: Der Waldbrand am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen hat sich in der Nacht nicht weiter ausgebreitet. Die Lage habe sich deutlich stabilisiert, teilte das Landratsamt Traunstein mit. "Nach aktueller Einschätzung konnte eine weitere Ausbreitung des Brandes vorerst gestoppt werden. Eine Entwarnung gibt es dennoch weiterhin nicht."
150 Feuerwehrleute kämpften demnach in der Nacht im unwegsamen Gelände gegen die Flammen. Am Tag soll der Einsatz aus der Luft weitergeführt werden: Für den Vormittag sind zunächst neun Hubschrauber vorgesehen. "Die weiteren Maßnahmen werden lageabhängig fortgeführt und fortlaufend angepasst", erklärte das Landratsamt.
Einer der größten Waldbrände der vergangenen Jahre
An dem 1.270 Meter hohen Berg bei Ruhpolding lodern seit Sonntagabend die Flammen. Der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) rief am Montag den Katastrophenfall aus. Nach Schätzungen ist eine dreistellige Hektarzahl von dem Feuer betroffen. Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) sprach von einem der größten Waldbrände, die es in Bayern in den vergangenen Jahren gegeben habe.
"Eine exakte Auswertung erfolgt im Laufe des Tages", erklärte das Landratsamt. Die genaue Schadensfläche könne aber erst nach Abschluss der Löscharbeiten verlässlich bewertet werden.
Der Brand ist besonders brisant, weil er ein Trinkwasserschutzgebiet bedrohen könnte. Eine Quelle versorgt laut Landrat Danzer rund 30.000 Menschen mit Wasser. Ihr Schutz sei das wichtigste Ziel, betonte das Landratsamt. Derzeit bestehe keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung und keine akute Gefährdung der Trinkwasserversorgung.