Leipzig (dpa) -
Cottbus hält die Null und Rostock auf Distanz
Vorsicht allenthalben, aber Spannung bis zum Schluss: Das 0:0 zwischen Energie Cottbus und dem FC Hansa Rostock war eher positiv für die Lausitzer als für die Mecklenburger. In einem Spiel, in dem keiner den ersten, wohl entscheidenden Fehler machen wollte, sicherten sich die Cottbuser weiter ihren Platz auf den Aufstiegsrängen. Auch wenn durch den Osnabrücker 2:0-Erfolg in Regensburg nun die Tabellenspitze zwei Zähler entfernt ist.
"Es war tatsächlich sehr, sehr anstrengend, auch wenn es nicht so viele Strafraumszenen gab. Es war für den Kopf: Keiner wollte den entscheidenden Fehler machen", sagte Energie-Kapitän Axel Borgmann bei "MagentaSport". Für ihn das Wichtigste: "Wir haben weiterhin sechs Punkte Vorsprung auf Rostock. Ich habe es schon mal gesagt, wir wollen am liebsten jedes Spiel gewinnen. Aber so einfach ist es nicht. Wenn du nicht gewinnst, willst du nicht, dass der Gegner im Sechs-Punkte-Spiel diese drei Punkte holt."
Auch wenn Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz nicht so recht wusste, was er von der Offensivleistung seiner Mannschaft halten sollte, war er mit dem Ergebnis nicht unzufrieden. Vor allem mit Blick auf die noch bevorstehenden Aufgaben. Das 0:0 sei wichtig, "weil wir die letzten beiden Heimspiele zu Null gespielt haben. Auswärts punkten wir im Moment sehr, sehr gut. Jetzt haben wir ein extrem schweres Auswärtsspiel. Aachen ist das Beste, was die Liga in der Art zu bieten hat, unabhängig von ihrer guten Offensive. Aber ich bin überzeugt, dass wir jetzt mit den paar Tagen Pause diese Frische haben, obwohl ich heute nicht das Gefühl hatte, dass beide Mannschaften nicht frisch waren. Aber mit dem bisschen Abstand muss das Ziel sein, da drei Punkte zu holen", sagte Wollitz.
Rückkehrer Krauß hatte seinen Spaß
Seine Rückkehr nach Cottbus mit dem FC Hansa Rostock hatte bereits vorher für viele hitzige Diskussionen gesorgt. Maximilian Krauß, der vor der Saison mit vielen negativen Nebengeräuschen an die Küste gewechselt war, hielt sich mit Kommentaren zurück, ließ dafür Leistung sprechen. Beim 0:0 war der Angreifer der auffälligste und gefährlichste Spieler der Gäste, auch wenn er die klarste Chance der Partie vergab.
"Im Nachhinein muss ich den Abschluss aufs lange Eck suchen. Der Winkel war etwas spitz. Deswegen habe ich mich dafür entschieden, am Torwart vorbeizulaufen. Es war dann natürlich ärgerlich, dass der Verteidiger da noch in den Laufweg reinkommt. Deshalb muss man im Nachhinein sagen, sehr, sehr schade, weil ich hätte schießen müssen", sagte Krauß und betonte: "Ich weiß, das klingt jetzt blöd. Das würde kein Cottbus-Fan verstehen. Aber ich habe mich sehr gefreut. Das ist hier ein tolles Stadion, wo ich superschöne Momente hatte. Ich habe mich gefreut. Ich habe immer gesagt, ich respektiere das, wenn das andersrum nicht so ist. Aber so war es für mich."
Mit sieben Zählern aus der englischen Woche hat der FC Hansa eine starke Ausbeute. "Wir haben eine gute Woche gehabt. Wir haben den Anschluss gehalten und den Rückstand auf Platz drei deutlich verkleinert. Das war das Ziel. Und jetzt haben wir noch zwei schöne Spiele vor der Brust, bevor wir in die Länderspielpause gehen und da wollen wir natürlich schauen, dass wir maximale Punkte holen", sagte Trainer Daniel Brinkmann bei "MagentaSport".
"Sargnagel" für Aue - Jetzt geht es nur noch um Haltung
Die Geschäftsführer planen bereits die Regionalliga, Vereinslegende Harald Mothes sprach von einem "Sargnagel". Die Spieler irrten in symbolträchtigen schwarzen Sonder-Trikots über den Platz und die Fans zeigten dem Spielfeld den Rücken. Beim FC Erzgebirge Aue hat nicht erst seit dem 1:3 gegen Alemannia Aachen die völlige Tristesse Einzug gehalten. Und das in der Jubiläumswoche zum 80. Vereinsgeburtstag. Der einstige Stolz des Erzgebirges, der selbst ernannte Kumpelverein, ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
Worte für das, was nach den zwei Gegentoren von Lars Gindorf in der 24. und 27. Minute mit den Gastgebern passierte, sind schwer zu finden. Nahezu jeder Pass - egal ob über eine kurze oder lange Distanz - landete in den Beinen der Aachener. Von Chancen war bis zur Pause nichts zu sehen. "Wenn man die Punktedifferenz sieht, geht es jetzt nur noch um Haltung und darum, so viele Punkte wie möglich noch mitzunehmen", sagte ein illusionsloser Aue-Coach Christoph Dabrowski bei "MagentaSport".
Dass seine Mannschaft sich noch nicht völlig aufgegeben hat, zeigten die ersten 15 Minuten nach der Pause, als man ein typisches Aue-Feuer entfachte, zum Anschluss kam und sogar Ausgleichschancen besaß. Doch relativ schnell war das wieder erloschen, das 1:3 das Ende der Hoffnungen. In Aue glaubt kaum noch jemand an ein Wunder. Der einst nach dem Zweitliga-Abstieg ausgerufene Betriebsunfall 3. Liga ist wohl nicht das Ende des Absturzes.