Drogenhandel in Grünanlage
Görlitzer Park nach langen Debatten nun nachts geschlossen

Der Görlitzer Park soll laut einer Ankündigung der zuständigen Senatorin nachts ab dem 1. März geschlossen werden. Foto: Britta
Der Görlitzer Park soll laut einer Ankündigung der zuständigen Senatorin nachts ab dem 1. März geschlossen werden. Foto
© Britta Pedersen/dpa
Nach langen Diskussionen steht die nächtliche Schließung des "Görli" in Kreuzberg an. Die Polizei hofft auf leichtere Strafverfolgung. Es gibt auch Proteste.

Der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg wird wegen des Drogenhandels und weiterer Kriminalität nun jede Nacht geschlossen - zweieinhalb Jahre nach der Ankündigung. Ab Sonntagabend sollen die 16 Eingänge des langgezogenen Parks um 22.00 Uhr mit neu gebauten Toren verschlossen werden, wie der Senat ankündigte. Das Verlassen des Parks wird auch danach noch über Drehtüren möglich sein. 

Die neuen Öffnungs- und Schließzeiten sollen an allen Eingängen ausgehängt werden. Zuständig für das Schließen der Tore am Abend ist ein privater Wachdienst. Er soll auch nachts im Park unterwegs sein und Menschen zum Verlassen auffordern. Bei Bedarf werde er das Ordnungsamt oder die Polizei informieren. 

Mehrere linke Initiativen, die die Schließung ablehnen, riefen für Sonntagabend zum Protest auf. Für eine Demonstration sind 100 Teilnehmer angemeldet. Die Initiativen argumentieren, der Drogenhandel werde noch mehr als bisher in die umliegenden Wohngegenden mit Hauseingängen und Hinterhöfen verdrängt. 

Die Polizei, die die nächtliche Schließung vorgeschlagen hatte, verspricht sich hingegen eine leichtere Strafverfolgung, wenn der große Park nachts nicht als Versteck für Dealer und andere Kriminelle dienen könne. Eine wissenschaftliche Evakuation soll die Wirksamkeit der Maßnahmen untersuchen, Ergebnisse sollten bis Ende des Jahres vorliegen.

dpa