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G20 in Hamburg: Streit um Zelte endet mit Wasserwerfereinsatz

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen eskalierte am Dienstagabend in Hamburg vor dem G20-Gipfel der Streit um den Aufbau von Zelten in Grünanlagen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, es gab Verletzte.

Vor dem G20-Gipfel ging die Polizei in Hamburg mit Wasserwerfern gegen Protestler vor. Vorausgegangen ist ein Streit um Zelte.

Vor dem G20-Gipfel ging die Polizei in Hamburg mit Wasserwerfern gegen Protestler vor. Vorausgegangen ist erneut ein Streit um Zelte.

Die Hamburger Polizei ist vor dem G20-Gifpel in der Hansestadt erneut gewaltsam gegen Protestierende vorgegangen. Nachdem Aktivisten im Stadtteil Altona in einem Park rund ein Dutzend Zelte aufgestellt haben, begannen mehrere behelmte Hundertschaften unter Verweis auf die Grünanlagenverordnung mit der Entfernung der Zelte. Dabei riefen Hunderte Demonstranten Sprechchöre wie "Haut ab" und "Ganz Hamburg hasst die Polizei". Die Beamten setzten bei der Beendigung der Ordnungswidrigkeit Reizgas ein. Sanitäter mussten nach Angaben des stern-Reporters mehrere Verletzte versorgen. Die "Hamburger Morgenpost" berichtet, dass ein Demonstrant von einem Polizeifahrzeug angefahren und verletzt wurde. Eine Bestätigung der Polizei dafür gibt es nicht, auch zur Gesamtzahl der Verletzten konnte sie bislang noch keine Angaben machen.

G20: Übernachtungscamps bleiben verboten

Die Nachricht von der Räumung des nicht genehmigten Camps sprach sich schnell in den benachbarten Straßen herum, in denen sich Menschen zum "hedonistischen Massencornern" (gemeinschaftliches Feiern auf der Straße) verabredet hatten. In der Folge strömten weitere Protestler zu der Grünanlage und taten ihren Unmut über die Maßnahmen der Polizei kund.

Im weiteren Verlauf des Abends versammelten sich am Neuen Pferdemarkt im Stadtteil St. Pauli nach Polizeiangaben rund 1000 Menschen auf der Fahrbahn. Gegen 23 Uhr begann die Polizei, die Straße zu räumen. Hierbei setzten die Beamten auch Wasserwerfer ein und zerrten Teilnehmer der Blockade von der Fahrbahn. Gegen Mitternacht beruhigte sich die Lage. Zahlen zu Festnahmen konnte die Polizei am Morgen noch nicht nennen.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) lehnt Übernachtungszelte für Protestler weiter rigoros ab. Solche Camps wären ein Rückzugsort auch für gewalttätige Demonstranten, begründet er seine Haltung. Kritiker werfen den Hamburger Senat vor, dass Demonstrationsrecht einzuschränken.