Im Winterdienst in Brandenburg hat das Land schon jetzt weit mehr Salz gestreut als im ganzen vorherigen Winter. Bisher seien bereits rund 90 Prozent der eingelagerten 35.000 Tonnen Streugut verbraucht, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen, Dorothée Lorenz. "Das ist ein großer Unterschied zu den letzten Jahren." Im Winter 2024/2025 reichten nach Angaben des Landesbetriebs insgesamt knapp 20.000 Tonnen zum Streuen.
Genug Streugut im Vorrat
Der Winterdienst in Brandenburg sei aktuell gut aufgestellt, sagte die Sprecherin. Das Salz, mit dem die Wege von Glätte befreit würden, werde regelmäßig nachgeliefert. "Es würde nur knapp werden, wenn wir viele von diesen Extrem-Wetterlagen hätten." Dann müssten je nach Verkehrsaufkommen Prioritäten gesetzt werden.
Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg ist für den Winterdienst auf Bundes- und Landstraßen sowie auf Radwegen zuständig. Fürs Streuen wird pro Quadratmeter ungefähr so viel Salz verwendet, wie es üblich für ein gekochtes Ei ist. Dabei nutzt der Landesbetrieb handelsübliches Speisesalz, das den Gefrierpunkt senkt und den Schnee und das Eis schmelzen lässt. Das Tausalz verhindert weiteres Gefrieren und löst sich von allein auf.
Salzen oder nicht salzen
Salz gilt als besonders effektives Streumittel. Umweltschützer warnen allerdings vor der Verwendung. Nach Ansicht der Umweltorganisation BUND schadet Salz den Böden, Pflanzen, Tieren und Gewässern. Das Land Berlin setzt inzwischen auch kurzfristig auf Streusalz auf den Gehwegen.
In Brandenburg entscheiden die Kommunen über die Verwendung von Salz als Streumittel. In Potsdam ist der Einsatz nur in Ausnahmefällen wie bei Eisregen und an besonders gefährlichen Stellen erlaubt. Dazu gehören Treppen oder sehr steile Wege.
Streugut aus dem Gurkenglas?
Als Alternativen zu Tausalz gelten Granulat, Sand, Kies und Sägespäne – und ein ungewöhnlicher Helfer: In Niederbayern setzt der Winterdienst Gurkenwasser als Abfallprodukt eines Gurkenverarbeiters im Kampf gegen die Glätte ein und spart so tonnenweise Streusalz. Auch der Flughafen München verwendet Gurkenwasser als Salzersatz.
Könnte Gurkenwasser auch in Brandenburg – bekannt für seine Spreewaldgurken – ein Straßenretter werden? Das Wasser müsse vor der Verwendung als Streumittel aufbereitet werden, sagte die Sprecherin des Landesbetriebs. "Leider ist das nicht wirtschaftlich für uns." Die Gurkenhersteller müssten das selbst übernehmen.
Der Gurkenhersteller Spreewaldkonserve in Golßen ("Spreewaldhof") erklärte, das Wasser seiner Gurken eigne sich nicht zum Streuen. Der Salzgehalt sei zu gering. "Das würde bei unserem Wasser nicht funktionieren", bedauerte eine Sprecherin.