Die Staatsanwaltschaft Berlin will mit der neuen Ermittlungsgruppe "Telum" die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (OK) verstärken. Dort sollen mehrere erfahrene Staatsanwältinnen und Staatsanwälte aus dem Bereich der OK-Bekämpfung eingesetzt werden, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.
Bei der Berliner Polizei gibt es bereits die Sondereinheit "Ferrum". Sie wurde Ende vergangenen Jahres eingerichtet. Hintergrund waren wiederholte Straftaten gegen türkisch-kurdische Gewerbetreibende, insbesondere Schüsse auf deren Lokale durch mutmaßlich türkisch-kurdische Mitglieder der organisierten Kriminalität.
Die "Ferrum"-Einheit ging seitdem mit umfangreichen Razzien gegen gewalttätige Banden vor. In jüngster Vergangenheit kam es zu weiteren vergleichbaren Straftaten. Die Zahl entsprechender Verfahren bei der Staatsanwaltschaft steigt an.
Enge Zusammenarbeit mit der Polizei
Deshalb sei die Entscheidung gefallen, den Bereich für die OK-Bekämpfung zu verstärken, so die Generalstaatsanwaltschaft. Die neue Ermittlungsgruppe "Telum" soll ausschließlich die zu erwartenden Ermittlungsverfahren aus der Sondereinheit "Ferrum" bearbeiten. Parallel zum Aufbau der Ermittlungsgruppe soll die zuständige OK-Spezialabteilung personell verstärkt werden.
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hält das ausdrücklich für richtig: "Die Staatsanwaltschaft macht heute mit der Gründung ihrer eigenen Ermittlungsgruppe zur zentralen Auswertung der Ermittlungserfolge von "Ferrum" einen notwendigen und richtigen Schritt", sagte sie dazu. "Sie entlastet mit dieser fokussierten Bearbeitung die Polizei - und das ist sinnvoll."
Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) sagte, Schüsse auf Gewerbetreibende und gezielte Einschüchterung seien keine Bagatelldelikte, sondern schwerwiegende Angriffe auf Leib und Leben, auf die Sicherheit, die wirtschaftliche Freiheit und das Vertrauen in den Rechtsstaat.
Viel Zustimmung für die neue Ermittlungsgruppe
Die neue spezialisierte Einheit arbeite eng mit den "Ferrum"-Ermittlern der Polizei zusammen. "Unser Ziel ist es, kriminelle Netzwerke offenzulegen, Hintermänner zu identifizieren und Täterstrukturen nachhaltig zu zerschlagen."
Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin begrüßte den Aufbau der neuen Ermittlungsgruppe als wichtigen Schritt zur behördenübergreifenden Zusammenarbeit im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität.
Ein ganzheitlicher Ansatz sei wichtig, um die Ermittlungen im Bereich Schwerstkriminalität voranzubringen, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro. "Insofern ist es gut für die Zusammenarbeit, dass auch die Staatsanwaltschaft Expertise bündelt, damit unsere Kollegen am Ende nicht für den Papierkorb arbeiten." Nur so lasse sich der aktuellen Welle an gewalttätigen Auseinandersetzungen auf den Straßen Berlins nachhaltig etwas entgegenstellen.