Tag der Arbeit
Demos, Party, Rap: Berlin protestiert und feiert am 1. Mai

"Der Görli bleibt auf": Zu einer Rave-Party kamen viele Feiernde in den Görlitzer Park, die auch gegen die nächtliche Schließung
"Der Görli bleibt auf": Zu einer Rave-Party kamen viele Feiernde in den Görlitzer Park, die auch gegen die nächtliche Schließung der Anlage protestieren. Foto
© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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Großeinsatz an einem sonnigen 1. Mai in Berlin: 5.300 Polizisten sichern die Hauptstadt - von Partys im Park bis zur Demo-Nacht. Wie entwickelt sich die Lage am Abend in Berlin-Kreuzberg?

Raus auf die Straßen zum Protest und zu Partys rund um den 1. Mai: Tausende Menschen beteiligen sich in Berlin bei strahlendem Sonnenschein an Demonstrationen und sind in Parks unterwegs. "Wir haben derzeit eine Stimmung in der Stadt, die ausgelassen und fröhlich ist", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). 

Viele Feiernde versammelten sich am Nachmittag zu einer großen Rave-Party im Görlitzer Park. Sie protestieren gegen die nächtliche Park-Schließung und den Zaun, der auch immer wieder beschädigt wurde. "Der Görli bleibt auf" ist auf einem Transparent zu lesen.

Im Villenviertel Grunewald demonstrierten Menschen gegen soziale Spaltung und hohe Mieten. "Sozialen Sprengstoff fachgerecht entschärfen", hieß es bei einer Aktion. Zum 1. Mai-Fest der Linken am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg hat überraschend die Rapperin Ikkimel einen Auftritt angekündigt. Er soll am Abend stattfinden. 

Rund 5.300 Polizisten aus mehreren Bundesländern sichern unzählige Versammlungen am 1. Mai in der Hauptstadt. Im Fokus steht ab 18.00 Uhr die Demonstration "Revolutionärer 1. Mai" von linken und linksradikalen Gruppen. Sie soll vom Oranienplatz in Kreuzberg zur Sonnenallee in Neukölln und wieder zurück zum Südstern in Kreuzberg führen. Erwartet werden bis zu 20.000 Demonstranten. Es gibt zahlreiche Verkehrsbeeinträchtigungen in der Stadt.

Polizei geht nicht von größeren Krawallen am Abend aus

Die Polizei rechnet nach der Entwicklung der vergangenen Jahre damit, dass es weitgehend gewaltfrei bleibt. "Wir sind gut aufgestellt und auf alles vorbereitet", sagte Polizeisprecher Florian Nath am Mittag. "Wir rechnen nicht mit größeren Störungen und Zwischenfällen." In den vergangenen Jahren war das Gewaltpotenzial bei der Demo "Revolutionärer 1. Mai" gesunken. 

Auch in der Walpurgisnacht am Donnerstag feierten die Menschen weitgehend friedlich in den Parks der Hauptstadt. Eine "queer-feministische" Frauen-Demonstration mit mehr als 2.000 Menschen verlief laut Polizei größtenteils ohne Störungen. 

Gewerkschaften machen gegen Stellenabbau mobil

Am Tag der Arbeit protestierten Tausende Menschen auch gegen Stellenabbau und Kürzungen bei Sozialleistungen. An der Demonstration und Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) beteiligten sich in der Hauptstadt nach Gewerkschaftsangaben rund 12.000 Menschen. Sie gingen unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite" auf die Straße. Auch in Brandenburg gab es Gewerkschafts-Demonstrationen zum 1. Mai, darunter in Cottbus und Potsdam. 

Protest auch gegen Rentenkürzungen

"Angriffe auf den 8-Stunden-Tag, Rentenkürzungen, Arbeitsplatzabbau: Wir Beschäftigte zahlen nicht die Zeche für Versäumnisse der Politik und Fehlentscheidungen der Wirtschaft", sagte die Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Katja Karger. Sie forderte: "Schluss mit Tarifflucht, Lohndumping und miesen Arbeitsbedingungen."

dpa