Mitte des Jahres finden zwei mit Spannung erwartete Großereignisse statt: Mexiko und Südafrika eröffnen die 23. Fußballweltmeisterschaft – und die deutsche Rentenkommission stellt ihre Ergebnisse vor.
Während die WM-Eröffnung wohl eher Euphorie auslösen wird, könnten die Ergebnisse der seit Januar tagenden Kommission für ziemlich viel Furore sorgen.
Ziel der Arbeitsgruppe sei es laut Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), Vorschläge zu erarbeiten, „wie die Alterssicherung auch in kommenden Jahrzehnten stabil, gerecht und nachhaltig bleibt.“
Welche Vorschläge das sein werden: noch unklar. Was aber sicher ist: Die Rentenlücke werden auch sie nicht schließen können. Ein aktuelles Gutachten zeigt, wie hoch der Bedarf wirklich ist.
Rentenlücke klafft tief
Das Gutachten wurde vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) erstellt. Es liegt dem Münchner Merkur exklusiv vor.
Die Forscher gehen darin laut Merkur der Frage nach, wie hoch das Versorgungsniveau für Menschen im Alter sein muss. Dazu habe das DIW in einer repräsentativen Umfrage 4205 Erwerbstätige im Alter zwischen 40 und 67 Jahren befragt.
Das Ergebnis: „Im Durchschnitt wünschen sich die Deutschen ein Alterseinkommen, das 78 Prozent ihres derzeitigen Nettoeinkommens entspricht. Den Mindestbedarf, um über die Runden zu kommen, sehen sie im Durchschnitt bei 58 Prozent“, sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, der Zeitung.
Rund 27 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass sogar ein Einkommen unter 50 Prozent ausreichen würde. Knapp ein Viertel dagegen habe ein Altersgeld von 100 Prozent oder mehr gefordert.
Referenzgröße für Rentenkommission?
„Die empirisch ermittelten Zielersatzraten können als Referenzgröße für die Diskussion der Rentenkommission dienen“, kommentieren die Autoren des Gutachtens die Ergebnisse.
Die Ergebnisse zeigten außerdem, dass ein Rentenniveau von 48 Prozent aus der gesetzlichen Rentenversicherung allein – selbst unter wohlwollenden Annahmen zur privaten und betrieblichen Ergänzungsvorsorge – weit hinter den gesellschaftlichen Wünschen zurückbleibe.