Öffnet bislang um 5.00 Uhr
SPD und Grüne: Späterer Start des Fischmarkts prüfen

Der berühmte Hamburger Fischmarkt öffnet jeden Sonntag um 5.00 Uhr morgens. Das könnte sich bald ändern. (Archivbild) Foto: Dani
Der berühmte Hamburger Fischmarkt öffnet jeden Sonntag um 5.00 Uhr morgens. Das könnte sich bald ändern. (Archivbild) Foto
© Daniel Bockwoldt/dpa

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SPD und Grüne wollen untersuchen, ob der berühmte Hamburger Fischmarkt künftig erst später starten sollte. So sollen neue Besuchergruppen gewonnen und die wirtschaftliche Grundlage gesichert werden.

Der traditionelle Hamburger Fischmarkt mit seinem sonntäglichen Start um 5.00 Uhr morgens könnte bald Geschichte sein. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen erwägen geänderte Öffnungszeiten, um auch andere Zielgruppen als Nachtschwärmer zu dem seit mehr als 300 Jahren bestehenden Markt zu locken und die wirtschaftliche Grundlage des Marktes langfristig zu sichern. Über einen entsprechenden Prüfantrag, der noch weitere Vorschläge macht, soll die Hamburgische Bürgerschaft am 6. Mai entscheiden.

SPD und Grüne: Späteren Start des Fischmarkts prüfen

Wenn um fünf Uhr morgens kaum Besucher vor Ort seien, "sollten wir prüfen, ob ein späterer Start des Fischmarkts sinnvoll ist", sagte der tourismuspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Arne Platzbecker. Und sein Grünen-Kollege Dominik Lorenzen betonte, hätten sich früher auf dem Fischmarkt vorrangig Menschen aufgehalten, die frühmorgens nach dem Feiern noch ein Fischbrötchen wollten, kämen heute immer mehr Touristen aus aller Welt, Tagesgäste und Familien aus der Umgebung.

"Diese Vielfalt ist eine große Chance für unser Wahrzeichen an der Elbe, die wir unbedingt nutzen sollten", sagte Lorenzen. Dafür brauche es aber eine moderne Infrastruktur, zusätzliche Aufenthaltsqualität und passende Marktzeiten. Platzbecker sagte: "Die Elbmeile und der Fischmarkt sind ein Aushängeschild unserer Stadt und prägen das Bild Hamburgs weit über die Stadtgrenzen hinaus." SPD und Grüne wollten die vorhandenen Stärken sichern und gezielt weiterentwickeln, damit der Fischmarkt auch künftig ein lebendiger Anziehungspunkt bleibe. "Auch die Organisation des Marktbetriebs muss sich an veränderte Besucherströme anpassen"

Fischmarkt existiert seit mehr als 300 Jahren 

Der Hamburger Fischmarkt gegenüber der Fischauktionshalle existiert seit 1703. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert wurden nach Angaben der Stadt auf dem Altonaer Fischmarkt neben Fisch auch Obst, Gemüse und Pflanzen verkauft. Dass der Markt auch sonntags früh geöffnet ist, liege daran, dass der frische Fisch bereits morgens vor dem Kirchgang in die herrschaftlichen Küchen gelangen sollte.

Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind die Marktschreier, die lautstark und in deutlicher Sprache ihre Produkte feilbieten. Zu den bekanntesten von ihnen zählt Aale-Dieter, der erstmals im Juni 1959 Fisch – vor allem Aale und Lachs – auf dem Fischmarkt verkaufte und es mit seinen Sprüchen zu bundesweiter Prominenz schaffte.

dpa