Prozessauftakt Geldautomat gesprengt: Mann klagt vor Gericht über Schmerzen

Der Angeklagte klagte vor Gericht über gesundheitliche Probleme. Foto: Philip Dulian/dpa
Der Angeklagte klagte vor Gericht über gesundheitliche Probleme. Foto
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Er soll ein Auto gestohlen und einen Geldautomaten gesprengt haben. Nun steht der Mann in Schwerin vor Gericht. Doch bei Prozessbeginn berichtet er von gesundheitlichen Problemen.

Ein Mann soll in Nordwestmecklenburg einen Geldautomaten mit einem gestohlenen Auto angefahren und ihn danach gesprengt haben. Bei Prozessbeginn am Landgericht Schwerin klagte der 55-Jährige über gesundheitliche Probleme. "Ich kann nicht mehr", sagte der Angeklagte am Morgen vor Gericht. Er sei permanent erschöpft, habe starke Kopfschmerzen und bekomme seines Erachtens vorsätzlich falsche Medikamente verabreicht.

Die Verteidigerin des Angeklagten beantragte die Aussetzung des Verfahrens wegen Verhandlungsunfähigkeit ihres Mandanten. Der Vorsitzende Richter Jan Balbach unterbrach die Verhandlung daraufhin zunächst bis zum Mittag. Ein Amtsarzt soll den Angeklagten nun medizinisch untersuchen. Der Richter ordnete an, den geladenen Zeuginnen und Zeugen für diesen Tag abzusagen. Die Verhandlung soll beim nächsten Termin am Freitag fortgesetzt werden.

Angeklagter ist bereits vorbestraft

Der 55-Jährige soll laut Anklage im Oktober 2024 ein explosives Sauerstoff-Acetylen-Gasgemisch in einen Geldautomaten vor einem Getränkemarkt in Klütz (Landkreis Nordwestmecklenburg) geleitet haben. Als der Tresor durch die Sprengung nicht geknackt wurde, soll der Angeklagte ohne Beute geflohen sein. Demnach entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 12.000 Euro.

Der Mann muss sich wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit einem versuchten Diebstahl in besonders schwerem Fall verantworten. Er ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrfach einschlägig vorbestraft. Das Landgericht hat bislang vier Fortsetzungstermine bis Ende Januar angesetzt. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

dpa