Pendler müssen sich ab Mitte kommender Woche vorübergehend eine Alternative zur Schleifähre "Missunde II" suchen. Der Fährbetrieb zwischen Brodersby (Angeln) und Kosel (Kappeln) wird ab 4. März (9.00 Uhr) vorläufig eingestellt, wie der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz mitteilte. Ab dem 1. April soll die neue Solarfähre "Missunde III" dort den Regelbetrieb aufnehmen.
In der Zeit müssen Pendelnde große Umwege in Kauf nehmen. Nach Angaben des LKN müssen währenddessen die Anleger angepasst werden, da die neue Fähre größer ist als die dieselbetriebene "Missunde II". Die Umbauarbeiten sollen voraussichtlich zwei Wochen dauern. Dann sollen Testfahrten der "Missunde III" folgen.
Umbau
Die Kieler Werft German Naval Yards baut die neue Solarfähre derzeit um. Sie erhält vier Querstrahlruder und zusätzliche Batteriekapazität. Abhängig von den Witterungsbedingungen soll sie Anfang März an die Schlei überführt werden. Früheren Angaben zufolge kostet die Umrüstung des Schiffs 1,3 Millionen Euro.
Der ursprünglich geplante Start der neuen Solarfähre hatte wegen technischer Probleme mit den Anlegern im Januar 2024 nicht funktioniert. Bei ersten Testfahrten hatte sich herausgestellt, dass der 3,9 Millionen Euro teure Neubau bei höheren Windgeschwindigkeiten nicht sicher in die Anlegestellen einrasten kann.
Die neue Schleifähre ist leiser, emissionsfrei und deutlich größer als ihre 2003 in Dienst gestellte Vorgängerin. Erstmals können damit auch Reisebusse und landwirtschaftliche Fahrzeuge über die Schlei setzen. Zwischen Brodersby und Kosel werden pro Jahr rund 120.000 Fahrzeuge und rund 50.000 Fahrräder übergesetzt. Derzeit hält die "Missunde II" den Betrieb aufrecht.