Verhalten im Wald
Jährlich landen rund 1.000 Kubikmeter Müll im Landeswald

Landesforsten-Chef Freise ruft zu vernünftigem Verhalten im Wald auf. (Archivbild) Foto: Frank Molter/dpa
Landesforsten-Chef Freise ruft zu vernünftigem Verhalten im Wald auf. (Archivbild) Foto
© Frank Molter/dpa
Ganze Lastwagenladungen Müll: Von Tresoren bis Badezimmereinrichtungen – was alles im Landeswald landet und warum Landesforsten-Direktor Freise an den gesunden Menschenverstand appelliert.

Jedes Jahr landen geschätzt 1.000 Kubikmeter Müll im schleswig-holsteinischen Landeswald. "Wir haben schon Tresore im Wald gefunden, ganze Badezimmereinrichtungen und ein Fass mit Altöl", sagte der Direktor der Landesforsten, Chris Freise, der dpa.

Die Palette reiche von Hausmüll über Sperrmüll bis zu gewerblichen Abfällen. Je dichter die Wälder an Städten lägen, desto schlimmer sei es. In diesem Winter habe man zum Beispiel im Südosten des Landes rund 20 Toilettenschüsseln auf einem Haufen im Schnee gefunden.

Müllmenge passt in zehn Sattelzüge

1.000 Kubikmeter entsprechen in etwa dem Volumen von 10 Sattelzügen. Zuständig für die Entsorgung sind nach Freises Angaben die regionalen Abfallzweckverbände. Mitarbeiter der Landesforsten sammeln bei Bedarf abgelagerten Müll und legen ihn zur Abholung bereit.

"Wir erstatten Anzeige, wenn es um Straftaten geht, wenn umweltgefährdende Stoffe festgestellt werden, etwa Altöl, Farben, Lacke, Hydraulikflüssigkeiten." Oder wenn offensichtlich sei, dass ein Verursacher ermittelt werden kann.

"Wir sind ein Fan des gesunden Menschenverstands", sagte Freise über die Landesforsten. "Wenn man sich im Wald so benimmt, wie man sich auch in seinem eigenen Garten benehmen würde oder in seinem eigenen Wohnzimmer, wenn man Gäste empfängt, dann ist man immer richtig."

Besucher des Waldes sollten sich nach Freises Ansicht wie Gäste fühlen. "Dann bringt man nicht seinen Müll mit und kippt den in die Ecke, man stellt da auch nicht sein Autowrack ab, man schreit nicht die ganze Zeit rum und man lässt auch seine eigenen Haustiere nicht unkontrolliert durch das Haus seines Gastgebers hetzen."

Die meisten Waldbesucher benehmen sich anständig

Die Menschen im Wald sind nach Freises Erfahrung ein Querschnitt der Bevölkerung. "Die große Mehrheit benimmt sich ordentlich im Wald, auch mit Hunden, auch mit Pferden, auch mit Mountainbikes." Aber es gebe Ausreißer, die symptomatisch für die Gesellschaft seien. "Wir leben in einer Zeit, in der von manchen Waldbesuchenden das Individuum und die eigene Bedürfnisbefriedigung leider manchmal über das Allgemeinwohl gestellt werden."

In Schleswig-Holstein gibt es gibt ein freies Betretungsrecht in den Wäldern zur Tageszeit, aber auch Einschränkungen. "Das betrifft eingezäunte Wiederaufforstungen, Forstkulturen, jagdliche Einrichtungen und besonders geschützte Bereiche etwa für wildbiologische Forschungsprojekte." So gelte zum Beispiel in Teilen des Segeberger Wolfsreviers ein Wegegebot, das durch Schilder gekennzeichnet sei.

Freise: Wald ist ein sehr guter Ort der Erholung

Mit ein bisschen Rücksichtnahme und gesundem Menschenverstand ist der Wald nach Freises Überzeugung ein Ort, in dem man sich sehr gut erholen könne. "Ein idealer Ort für Mikroabenteuer mit der Familie." Das Frühlingserwachen im Wald sei ein tolles Erlebnis.

dpa

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