Invasive Art Schonzeit für Waschbären soll bald abgeschafft werden

Die Schonzeit für Waschbären in Hessen soll fallen. (Archivbild) Foto: Philipp Schulze/dpa
Die Schonzeit für Waschbären in Hessen soll fallen. (Archivbild) Foto
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Den Waschbären soll es demnächst an den Pelz gehen: Hessen will die Schonzeit für die Tiere abschaffen. Was die Landesregierung damit erreichen will und wann die neuen Jagdregeln greifen sollen.

Die Pläne der schwarz-roten Landesregierung zur Abschaffung der Schonzeit für Waschbären in Hessen schreiten voran. Die entsprechende Verordnung zur Änderung der Hessischen Jagdverordnung soll nach Angaben des hessischen Landwirtschafts- und Jagdministeriums in diesem Jahr in Kraft treten. Die Landesregierung wolle damit "bessere und wirksame Möglichkeiten schaffen, um bestehende Probleme mit Waschbären möglichst zielgerichtet zu minimieren". 

Derzeit gilt für erwachsene Waschbären in Hessen eine Schonzeit von März bis Ende Juni. Gemäß dem Koalitionsvertrag soll die Hessische Jagdverordnung dahingehend geändert werden, dass die Schonzeit für Fuchs und Waschbär aufgehoben wird, unter Berücksichtigung des Elterntierschutzes. 

Zu dem Entwurf einer Verordnung zur Änderung der Hessischen Jagdverordnung wurden dem Ministerium zufolge die Verbände bereits angehört. Unter Berücksichtigung der eingegangenen Stellungnahmen sei der Entwurf überarbeitet worden. Er werde nun innerhalb der Landesregierung abgestimmt und solle rechtzeitig zum Beginn des nächsten Jagdjahres am 1. April in Kraft treten.

Mindestens 120.000 Waschbären in Hessen

Dem Ministerium zufolge gehen Schätzungen von mindestens 120.000 Waschbären in Hessen aus. Die Tiere seien ein Grund für die Gefährdung heimischer Arten. Neben den negativen Auswirkungen auf die Natur und Artenvielfalt seien auch Schäden an der Infrastruktur möglich und kämen häufig vor. 

Die größten Dichten erreicht der Waschbär laut dem Ministerium in städtischen Gebieten, wo die Jagdmöglichkeiten beschränkt sind. Waschbären seien in Nordhessen sehr verbreitet. Häufige Vorkommen gebe es zudem im Vogelsberg- und im Main-Kinzig-Kreis.

dpa

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