Nach dem Feuer in einer seit Jahrzehnten leerstehenden Villa in Bad Wildungen am Wochenende geht die Polizei von Brandstiftung aus. Es sei noch unklar, ob diese vorsätzlich oder fahrlässig erfolgt sei, sagte ein Polizeisprecher in Korbach. Hinweise auf den oder die mutmaßlichen Täter gibt es bislang nicht. Das Gebäude im Villenviertel der Stadt stand seit über 30 Jahren leer und galt als "Lost Place" (sinngemäß: vergessener Ort).
Laut Auskunft des Stadtbrandinspektors Alexander Paul war die Villa noch möbliert. Das Haus gehörte einst einem Urologen, der im unteren Geschoss seine Praxis betrieb und mit seiner Frau in den beiden oberen Etagen wohnte. Das rund 800 Quadratmeter große Grundstück gehört mittlerweile einer Eigentümergemeinschaft. Die Villa war Bestandteil einer Gesamtanlage, die unter Denkmalschutz steht.
Offener Dachstuhl
Laut Paul sind bei dem Feuer die beiden Obergeschosse ausgebrannt, der Dachstuhl steht offen. Er schätzt, dass das Gebäude abgerissen werden muss. Die Höhe des Schadens lässt sich laut Polizei in Korbach bislang nicht beziffern.
Bei dem Brand in der Nacht zum Samstag waren rund 60 Feuerwehrleute im Einsatz. Verletzt wurde niemand. Zunächst hatte der Dachstuhl in Brand gestanden, das Feuer breitete sich bis in den Keller aus.