Die Eltern eines siebenjährigen Mädchens aus Österreich sind in Untersuchungshaft gekommen. Sie sollen ihre Fürsorgepflicht massiv verletzt haben.
Bereits Ende April hatte das Paar seine siebenjährige Tochter ins Krankenhaus gebracht. Das Mädchen befand sich nach Angaben der Polizei in einem „augenscheinlich verwahrlosten und lebensbedrohlichen Gesundheitszustand“. Mittlerweile besteht keine akute Lebensgefahr mehr.
Laut eines Berichts der Zeitung „Heute“ war die Siebenjährige extrem abgemagert und wog nur noch 14 Kilogramm. Zudem leide sie an einer seltenen Hautkrankheit, die nicht behandelt wurde. Die Eltern hätten das Kind über längere Zeit stark vernachlässigt und sich insbesondere nicht um die dringend nötige medizinische Versorgung gekümmert.
Fall in Österreich: Niemand bemerkte den schlimmen Zustand des Kindes
Erst im Krankenhaus fiel der dramatische Zustand des Kindes auf. Die Ärzte alarmierten daraufhin die Behörden. Da das Elternpaar für die Polizei nicht direkt erreichbar war, ordnete die Staatsanwaltschaft die Festnahme an. Danach stellte sich zunächst der 35 Jahre alte Vater, dann die 40-jährige Mutter der Polizei. Beide machen bisher aber noch keine konkreten Angaben. Die Ermittlungen gegen sie laufen weiter.
Die Familie stammt aus einem Dorf mit 1000 Einwohnern im Tiroler Oberland. Es stellt sich die Frage, wie so lange niemand das Martyrium des Kindes bemerken konnte. „Wir sind in einer Schockstarre. Dieser Fall hat uns völlig unvorbereitet getroffen“, sagte der Bürgermeister der „Kronenzeitung“.
Offenbar machte die Familie nach außen hin einen unauffälligen Eindruck. Der Fall blieb wohl auch deshalb so lange im Verborgenen, weil die Siebenjährige nicht in die Schule ging, sondern zu Hause unterrichtet wurde. Ihr jüngerer Bruder wurde mittlerweile woanders untergebracht.
Quellen: Polizei Tirol, „Heute“, ORF, „Kronenzeitung“