Hasen
Mehr Feldhasen hoppeln in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr Feldhasen. (Archivbild) Foto: Philip Dulian/dpa
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr Feldhasen. (Archivbild) Foto
© Philip Dulian/dpa
Passend zu Ostern - in Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr Feldhasen. Aber es sind immer noch deutlich weniger als im Rest Deutschlands.

Die Zahl der Feldhasen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich laut Landesjagdverband erhöht. Bei der jüngsten Erhebung im vergangenen Jahr wurden rund sechs Hasen pro 100 Hektar ermittelt, wie der Verband mitteilte. Im Vergleich zum Jahr davor sei das ein Zuwachs um 20 Prozent. Allerdings weist der Verband darauf hin, dass die Erhebung nur Daten von vier der 35 Zählgebieten enthält. 

Bundesweit wurden 19 Tiere pro 100 Hektar gezählt - mehr als ein Viertel mehr als noch vor zwei Jahrzehnten, wie der Deutsche Jagdverband mitteilte. Besonders hoch ist die Dichte im Nordwestdeutschland, dort gibt es im Schnitt 30 Feldhasen pro Quadratkilometer. 

Grund für den niedrigeren Bestand in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum restlichen Bundesgebiet sei die Agrarwirtschaft. Dass der Bestand sich langsam erhöhe, sei aber ein positives Zeichen, so der Landesjagdverband. 

Wie wird gezählt?

Die Bestandszahlen stammen aus einem bundesweiten Beobachtungsprogramm. Dabei fahren Jägerinnen und Jäger nachts festgelegte Strecken ab und zählen die Tiere mit Hilfe von Scheinwerfern. Die Augen der Hasen reflektieren das Licht auf eine charakteristische Weise, wodurch sie sich gut von anderen Tieren unterscheiden lassen. Die gesammelten Beobachtungen werden anschließend von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgewertet und zwischen verschiedenen Regionen sowie Zeiträumen verglichen. Auf diese Weise lässt sich erkennen, wie sich die Hasenbestände entwickeln und ob sie zu- oder abnehmen.

Wetter und Lebensraum sorgen für viele Feldhasen

Dass es den Hasenbeständen in Deutschland gut geht, liege auch an den Umweltbedingungen. Sie profitierten vom milden Winter 2024/25 und einem ungewöhnlich trockenen Frühjahr, schreibt der Jagdverband unter Verweis auf den Deutschen Wetterdienst.

Der Feldhase bevorzuge offene, strukturreiche Landschaften, Brachen und Blühstreifen, die heute seltener geworden sind. "Vor allem die intensive Landwirtschaft ist für den Feldhasen genau wie für Rebhuhn und Kiebitz ein Problem", sagt Klaus Hackländer, Wildtierbiologe und Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. "Würde jeder Landwirt zumindest sieben Prozent seiner Ackerfläche brach liegen lassen, wäre dem Überlebenskünstler schon sehr geholfen", ergänzt er.

Bedrohung durch Virus

Sorgen bereitet dem Jagdverband eine vergleichsweise neue Krankheit: die Myxomatose. Sie wurde erstmals 2023 bei Feldhasen in Deutschland nachgewiesen. Welchen Einfluss sie langfristig auf die Bestände hat, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, teilte der Deutscher Jagdverband mit.

Bundesweit zeigten die aktuellen Daten bislang keine negativen Effekte auf die Populationen. Untersuchungen aus Nordrhein-Westfalen deuteten jedoch darauf hin, dass sich stark betroffene Bestände bislang nicht erholt hätten, während weniger betroffene Populationen stabil blieben. Die Krankheit verläuft bei Feldhasen und Kaninchen meist tödlich.

dpa