Muskeltraining
Fitnessmesse Fibo hat so viele Besucher wie noch nie

Ein Hyrox-Wettbewerb bei der diesjährigen Fibo. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Ein Hyrox-Wettbewerb bei der diesjährigen Fibo. Foto
© Rolf Vennenbernd/dpa
Deutschlands Fitnessstudios haben so viele Mitglieder wie noch nie, das Interesse an den Muskelmaschinen und Freiflächen ist groß. Das war auch auf der Fitnessmesse Fibo zu spüren.

Die Fitnessmesse Fibo hat einen Besucherrekord verzeichnet. Der Veranstalter RX Deutschland teilte in Köln mit, dass zu der am Sonntag beendeten viertägigen Messe rund 175.000 Besucherinnen und Besucher gekommen waren und damit etwa 20.000 mehr als ein Jahr zuvor. 2025 war es bereits ein Höchstwert gewesen, dieser wurde nun locker übersprungen. 

Auf dem Branchentreff hatten rund 1.000 Aussteller aus etwa 54 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen beworben, darunter Fitness-Geräte, Nahrungsergänzungsmittel und Digitalanwendungen zur Trainingsoptimierung. Bei Wettkämpfen konnten Besucher ihre Muskeln zeigen. 

Boomende Branche

In Deutschland gibt es laut Branchenverband DSSV rund 9.600 Fitnessstudios. Die Nachfrage ist groß: Obwohl die Betreiber seit einigen Jahren an der Preisschraube drehen und die Tarife teurer werden, haben die Studios inzwischen rund 12,4 Millionen Mitglieder und damit so viele wie noch nie. Das Beratungsunternehmen Deloitte beschreibt die wirtschaftliche Perspektive der Branche als glänzend. 

Zum einen spielt der Branche die alternde Gesellschaft in die Karten: Senioren wollen möglichst lange fit sein und selbstbestimmt leben, dafür begreifen sie das Training im Fitnessstudio als einen Schlüssel. Außerdem ziehen die Studios mehr junge Leute an – also Teenager bis zum Endzwanziger –, die die Anlagen auch als sozialen Treffpunkt nutzen. 

Größere Ketten schlucken kleine Wettbewerber

Die Branche hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Übernahmen gesehen, größere Ketten übernehmen kleinere Konkurrenten. So ist die in NRW stark vertretende A.I. Fitness GmbH seit 2025 vor allem durch Zukäufe um 45 auf 171 Studios gewachsen. Das Kürzel im Firmennamen steht für "All Inclusive". Das Wachstum soll weitergehen: 2028 werden etwa 250 Standorte angepeilt und 2030 rund 300. 

Wie andere Anbieter auch sieht "AI Fitness" einen Trend hin zu Kraft- und funktionellem Training. Mit funktionellem Training sind Übungen gemeint, die nicht an festen Geräten stattfinden, sondern auf Freiflächen – etwa Kniebeugen, Ausfallschritte oder Übungen mit dem Medizinball. Der reine Cardio-Anteil ist in der Branche kleiner geworden: Stepper, Laufbänder, Rudergerät und Spinning-Bikes sind also nicht mehr so wichtig wie früher. 

Künstliche Intelligenz hält langsam Einzug in die Studios. "AI Fitness" setzt auf eine KI, die anhand von Daten der Trainierenden ideale Gewichte und Wiederholungen für den individuellen Plan berechnet. Andere Fitnessstudios verfahren ähnlich.

dpa

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