Serielle Sanierung
Wohnsiedlung in Hagen bekommt neue Fassaden aus der Fabrik

In Hagen sollen demnächst 12 Mehrfamilienhäuser mit Hilfe von vorgefertigten Fassadenelementen energetisch saniert werden. Der E
In Hagen sollen demnächst 12 Mehrfamilienhäuser mit Hilfe von vorgefertigten Fassadenelementen energetisch saniert werden. Der Energiebedarf soll um 36 Prozent sinken. (Symbolbild) Foto
© Hendrik Schmidt/dpa
Ohne ausziehen zu müssen: Mieter in Hagen bekommen moderne Fassaden, Balkone und bessere Dämmung. Was steckt hinter dem Millionenprojekt mit CO2-Ersparnis?

Mit Hilfe von vorgefertigten Fassadenmodulen soll in Hagen demnächst eine ganze Wohnsiedlung energetisch saniert werden. Das Quartier umfasse zwölf Wohngebäude aus dem Jahr 1966 mit insgesamt 192 Wohnungen, teilten der Wohnungsverein Hagen und das Berliner Unternehmen Ecoworks mit. Die Bauarbeiten sollen in den kommenden Wochen beginnen.

Der Wohnungsverein will 23 Millionen Euro in das Projekt stecken. Die Mieterinnen und Mieter könnten während der energetischen Modernisierung in ihren Wohnungen bleiben, erklärte eine Sprecherin. Es handele sich um die bislang größte genossenschaftliche serielle Sanierung in Deutschland.

Fassadenelemente werden in Fabrik vorgefertigt

Die Fassadenelemente werden von Ecoworks industriell vorgefertigt. Dämmung, Fenster und elektrische Rollläden werden dabei bereits im Werk in die Module eingebaut. Damit werde die Bauzeit vor Ort reduziert und die Belastung für die Mieterinnen und Mieter minimiert, hieß es.

Geplant ist auch, die Flachdächer neu zu dämmen und abzudichten. Anschließend wird eine Photovoltaikanlage installiert. Sie soll den erzeugten Strom vollständig ins Netz einspeisen. Die Häuser sollen weiterhin mit Fernwärme beheizt werden. Abluftventilatoren und spezielle Öffnungen in den Fenstern sollen für ein gutes Raumklima sorgen. Die Wohnungen sollen außerdem Balkone erhalten.

Weniger Heizkosten, weniger CO2-Ausstoß

Mit der seriellen Sanierung setze der Wohnungsverein seine Nachhaltigkeitsstrategie im Quartier konsequent um. "So machen wir unseren Bestand fit für die Zukunft und senken CO2-Ausstoß sowie Heizkosten für unsere Mieterinnen und Mieter spürbar", erklärte Geschäftsführer Sebastian Greese. Der Endenergiebedarf der Häuser werde durch die Maßnahmen voraussichtlich um 36 Prozent sinken. Dem Wohnungsverein gehören in Hagen rund 6.000 Wohnungen.

Laut Deutscher Energie-Agentur (Dena) sind 30 Prozent aller Mehrfamilienhäuser optimal für eine serielle Sanierung geeignet. Hinzu kommen weitere 15 Prozent, bei denen solch ein Modernisierungskonzept technisch machbar ist, sich aber noch nicht in allen Fällen wirtschaftlich umsetzen lässt. 

Mehr als 150 serielle Sanierungen in Deutschland

In Deutschland wurden laut Dena bislang 150 serielle Sanierungsprojekte fertiggestellt, darunter Mehrfamilienhäuser, ganze Quartiere, Schulen, Feuerwachen und Einfamilienhäuser. Rund 90 weitere Projekte sind derzeit im Bau, rund 280 weitere mit rund 16.500 Wohneinheiten befinden sich in unterschiedlichen Planungs- und Vorbereitungsphasen.

dpa