Arbeitsmarkt Wie sich Bewerbungsverfahren in Sachsen-Anhalt wandeln

Wer einen Job sucht, durchläuft heute nicht immer ein klassisches Bewerbungsverfahren. (Archivbild) Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Wer einen Job sucht, durchläuft heute nicht immer ein klassisches Bewerbungsverfahren. (Archivbild) Foto
© Sebastian Kahnert/dpa
Manche junge Menschen finden in Sachsen-Anhalt keinen Job, obwohl viele Unternehmen suchen. Wie Arbeitgeber mit ihnen einfacher in Kontakt kommen wollen.

Wenn sich junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt bewerben, müssen sie unter Umständen erstmal kein Anschreiben und keinen Lebenslauf abgeben. "Gerade da, wo der Bedarf hoch ist, nutzen Unternehmen jede Möglichkeit, um Menschen erstmal anzusprechen", sagte Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit. So gebe es mittlerweile Unternehmer, die interessierte Jugendliche stattdessen gleich zu einem persönlichen Gespräch einladen. "Oft ist der persönliche Eindruck einfach sehr wichtig", so Behrens.

Erst Motivation, dann Mathe

In einem Gespräch mit den jungen Menschen könne für die Arbeitgeberseite manchmal viel eindrücklicher deutlich werden, ob der- oder diejenige überhaupt geeignet ist, um in dem Unternehmen beschäftigt zu werden, erklärte Behrens. "Da ist es manchmal gar nicht so wichtig, was da für eine Note bei Mathe steht." Um die Jugendlichen zu überzeugen, sei oft wichtig, Praxisnähe zu schaffen, betonte der Vorsitzende der Regionaldirektion. "Wenn sie sehen, was sie mit ihren Händen schaffen können, steigt die Motivation. Und so kann ich sie dann immer noch mit Mathe nerven."

Ein Gespräch zwischen Jugendlichen und Arbeitgebern sei auch eine Chance für die Unternehmen, die Jugendlichen über die verschiedenen Job- und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Eine Bewerbung könne im Zweifel auch später noch eingereicht werden, sagte Behrens. 

Knapp 7.000 junge Menschen ohne Berufsausbildung

Weiterhin gebe es aber auch immer noch viele Unternehmen, deren Bewerbungsprozesse eher klassisch abliefen, betonte Behrens. Aus Sicht der Arbeitsagentur sei es vor allem wichtig, Jugendliche in Arbeit zu bringen - und vor allem lange Arbeitslosigkeit zu verhindern. Nach Angaben der Arbeitsagentur hatten 2025 insgesamt 6.959 Männer und Frauen unter 25 Jahren in Sachsen-Anhalt keine abgeschlossene Berufsausbildung.

dpa