In Sachsen-Anhalt werden alle vor gut einem Jahr an die Landespolizei ausgeteilten Bodycams wegen Akkuproblemen eingezogen. Das teilte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Zentrale Dienste in Magdeburg mit. "Derzeit stehen wir mit dem Hersteller im Austausch, ob alle Geräte einer Überprüfung durch den Hersteller unterzogen werden."
Die "Magdeburger Volksstimme" hatte zuerst darüber berichtet, dass 64 von den insgesamt 150 beschafften Kameras von den Verformungen betroffen sind. Polizeibeamte tragen die Geräte an ihren Uniformen, um gegebenenfalls Einsätze aufzuzeichnen. Bei den Akkus von 49 Geräten wurden demnach leichte und bei 15 Geräten starke Verformungen festgestellt. Alle Geräte waren außer Betrieb genommen worden. Unauffällige Bodycams wurden zunächst wieder für den Einsatz freigegeben.
Die Bodycams wurden seit Dezember 2024 bei der Polizeiinspektion Stendal als Pilotbehörde sowie bei der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben eingesetzt.
Probleme seit Ende November 2025 bekannt
Die Probleme sind laut einer Sprecherin der Polizeiinspektion Zentrale Dienste Ende November 2025 bekanntgeworden. Am 8. Dezember berichtete die Polizeiinspektion in Stendal der Deutschen Presse-Agentur auf Fragen zur Bilanz nach einem Jahr Bodycam-Einsatz nichts von den Verformungen. "Nach einem Jahr fällt die Bilanz grundsätzlich positiv aus", hieß es damals. "Seit der Einführung vom 10. Dezember 2024 hat sich die Anzahl der Body-Cams nicht verändert."
Laut den Plänen des Innenministeriums sollen in diesem Jahr weitere 650 Geräte angeschafft werden. Gewollt ist, dass sie mit Distanzelektroimpulsgeräten (DEIG) gekoppelt werden können. Diese Taser geben aus geringer Distanz Elektroschocks ab, die einen Menschen in der Regel erst mal handlungsunfähig machen. Wenn ein Beamter den Taser zieht, soll sich automatisch die Kamera einschalten. Das hatten sich laut Ministerium Vollzugsbeamte in einer Befragung gewünscht.