Der Flughafen Leipzig/Halle verliert eine wichtige internationale Flugverbindung: Die Turkish Airlines stellt ihre Flüge zwischen Leipzig und Istanbul zum 2. Mai ein. Das bestätigte ein Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG auf Anfrage. Zuvor hatte die "Leipziger Volksstimme" berichtet.
Konflikt treibt Kosten in die Höhe
Als Gründe nannte die Airline demnach die Folgen des Iran-Konflikts, der die Kerosinpreise zuletzt stark steigen ließ und die Branche zusätzlich belastet. Die Verbindung bestand seit 2012. Sie sei "sehr gut angenommen" worden, sagte Flughafensprecher Uwe Schuhart.
Für den Standort ist die Entscheidung ein Rückschlag. Zugleich betont die Airline, dass sie Leipzig/Halle perspektivisch nicht aufgegeben hat. Eine Rückkehr schließt das Unternehmen ausdrücklich nicht aus und verweist darauf, dass die Region weiterhin ein wichtiger Markt sei.
Passagiere sollen umgebucht werden
Betroffene Passagiere sollen von der Fluggesellschaft umgebucht werden. Nach bisherigen Informationen verweist Turkish Airlines dabei vor allem auf den Flughafen Berlin-Brandenburg als Alternative.
Branche unter Druck
Der Rückzug reiht sich in eine Serie von Einschnitten in der Luftfahrt ein. Erst kürzlich hatte die Lufthansa angekündigt, ihre Regionaltochter Cityline stillzulegen und ältere Flugzeuge aus dem Betrieb zu nehmen. Als Gründe nannte der Konzern ebenfalls hohe Kerosinpreise und gestiegene Kosten.
Nach Einschätzung der Branche verschärft sich die Lage weiter. Der Luftfahrtverband International Air Transport Association (IATA) warnte zuletzt vor möglichen Flugausfällen in Europa infolge von Kerosinengpässen.
Weniger Verbindungen ab Leipzig/Halle
Am Flughafen Leipzig/Halle verdichten sich damit die Einschnitte im Angebot. Nach dem Wegfall der Lufthansa-Verbindung nach München entfällt nun auch die Direktanbindung an das internationale Drehkreuz Istanbul. Von dort aus waren bislang zahlreiche Ziele in Asien, Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten erreichbar.