Die Narren sind los! Überall im Freistaat laufen in diesen Tagen Prunksitzungen und Karnevalsumzüge, die fünfte Jahreszeit ist in vollem Gange. Über 30.000 Narren sind in den mehr als 330 Vereinen im Freistaat organisiert. Für sie und alle Faschingsfans im Freistaat stehen in den kommenden Tagen einige Höhepunkte an.
Rund 100 Umzüge sind rund um die närrischen Tage im Freistaat geplant, wie Christoph Matthes vom Landesverband Thüringer Karnevalvereine erzählt. Herausheben möchte er keinen davon: "Die Highlights, das sind die 100 Stück." Am Wochenende stehen unter anderem Veranstaltungen in Arnstadt, Apolda, Suhl oder Weimar an.
Besonders große Karnevals-Tradition hat Wasungen, dort steigt am Samstag der 490. Straßenkarneval. Auch in Erfurt gibt es dieses Jahr wieder einen regulären Umzug, rund 2.000 Narren werden hier erwartet. Vergangenes Jahr war dieser wegen der Sicherheitslage in seiner normalen Form abgesagt worden und hatte als Demonstration stattgefunden - ohne große Motivwagen.
Anreise
Wegen der Umzüge gibt es in vielen Städten Verkehrsbeschränkungen. Der ADAC Hessen-Thüringen rät, sich vorab auf den Webseiten der Städte über Sperrungen, Halteverbote und alternative Routen zu informieren. Empfohlen wird, öffentliche Parkplätze und Park+Ride-Anlagen zu nutzen und mit dem Zug oder dem Bus in die Stadt zu kommen. Manche Verkehrsgesellschaften bieten besondere Veranstaltungstickets an. In kleineren Dörfern gibt es teils Bustransfers. In Wasungen etwa sind Shuttlebusse nach Schmalkalden oder Meiningen eingerichtet.
Eintrittspreise
Während die großen Umzüge für Besucher meist kostenfrei sind, wird bei den Abendveranstaltungen in der Regel Eintritt erhoben. "Auf dem Dorf kann man für 12 bis 18 Euro vier Stunden Bütt, Gesang und Tanz erleben", sagt Matthes. Aus seiner Sicht verkaufen sich viele Vereine damit unter Wert, Kostüme etwa verursachten hohe Kosten. Auch die Gema sei teuer - die kostenpflichtigen Veranstaltungen fielen nicht unter die Gema-Befreiung, die die Landesregierung für gemeinnützige Vereine ausgehandelt habe. Karnevalisten seien aber grundsätzlich Menschenfreunde. "Karneval soll auch für jedermann sein."
Sicherheit
Im vergangenen Jahr hatten die Anschläge auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt und auf eine Gewerkschaftsdemonstration in München die Alarmglocken bei den Vereinen schrillen lassen. In diesem Jahr sehe die Sache aber wieder etwas entspannter aus, so Matthes. Die Vereine seien in guten Abstimmungen mit den lokalen Ordnungsämtern.
Die Landespolizeidirektion mahnt mit Nachdruck, nicht alkoholisiert zu fahren. Es seien vermehrt Kontrollen geplant. Außerdem warnt sie vor Taschendiebstählen bei Umzügen - bei plötzlichen Umarmungen durch Fremde sei etwa Vorsicht geboten. Auch die Getränke sollten nach Empfehlung der Beamten im Blick gehalten werden, damit niemand K.-o.-Tropfen hineingibt.
Wetter
Nach aktuellem Stand heißt es: bestenfalls eine lange Unterhose unter das Kostüm ziehen. Für das Wochenende prognostiziert der Deutsche Wetterdienst einen kleinen Temperatursturz, tagsüber wird es demnach oft Minusgrade geben. Örtlich gibt es den ersten Prognosen zufolge auch kleine Regen- oder Schneeschauer. "Kalt und trocken ist völlig egal. Aber wenn es Bindfäden regnet, wird es schwieriger", erklärt Matthes.