Schulen
Ältere Lehrer sollen länger unterrichten - Protest

In Thüringen laufen Lehrer gegen Pläne des Bildungsministeriums Sturm. (Symbolbild) Foto: Martin Schutt/dpa
In Thüringen laufen Lehrer gegen Pläne des Bildungsministeriums Sturm. (Symbolbild) Foto
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Nach dem Willen des Thüringer Bildungsministeriums sollen ältere Lehrer ab dem nächsten Schuljahr wieder mehr unterrichten als bislang. Ihrem Unmut darüber haben die Betroffenen nun Luft gemacht.

Rund 100 Lehrer aus verschiedenen Regionen Thüringens haben gegen Pläne des Landes-Bildungsministeriums protestiert, ältere Pädagogen ab dem nächsten Schuljahr wieder mehr unterrichten zu lassen. Sie folgten einem Aufruf mehrerer Bildungsgewerkschaften. Demonstriert wurde neben dem Amtssitz von Bildungsminister Christian Tischner (CDU).

"Wo bleibt die Wertschätzung für diejenigen, die dieses System über Jahrzehnte getragen haben?", sagte zum Beispiel eine 58 Jahre alte Grundschullehrerin. Die Schulen würden an politischen Fehlentscheidungen vergangener Jahre leiden. "Unsere Schulen leiden nicht daran, dass es zu viele ältere Kollegen gibt, die Altersabmeldung haben." 

Was die Pläne des Ministeriums vorsehen

Der Unmut der Lehrer richtet sich gegen die Pläne Tischners, die Regeln zur sogenannten Altersabminderung für ältere Lehrer in Thüringen zu verändern. Bislang sehen die entsprechenden Regelungen vor, dass Lehrerinnen und Lehrer an staatlichen Schulen ab einem Alter von 55 Jahren zwei Schulstunden pro Woche weniger unterrichten müssen als ihre jüngeren Kollegen. Ab dem Beginn des neuen Schuljahres werden Lehrer nach Angaben des Ministeriums erst ab dem vollendeten 60. Lebensjahr eine "Altersabminderung" bekommen.

Das Ministerium will so die Zahl der ausfallenden Unterrichtsstunden in Thüringen noch weiter reduzieren. Der Thüringer Lehrerverband hatte kritisiert: "Wer Altersentlastung nach hinten verschiebt, spart kurzfristig Stunden ein – aber auf Kosten der Gesundheit und Belastbarkeit der Lehrkräfte."

Staatssekretär reagiert auf Protest, bleibt aber hart

Dass das Ministerium von seinen Plänen abrückt, gilt trotz des Protests als unwahrscheinlich. "Dass Lehrkräfte für ihre Anliegen auf die Straße gehen, ist ihr gutes Recht – und wir nehmen die Sorgen, die dahinterstehen, ernst", sagte Thüringens Bildungsstaatssekretär Bernd Uwe Althaus. Dennoch müsse noch mehr getan werden, um den Unterrichtsausfall "noch weiter drastisch zu senken". Das Maßnahmenpaket, zu dem auch die Neuregelung bei der "Altersabminderung" gehört, sei dafür "ein zentraler Baustein".

dpa