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Finasterid Trumps Haarwuchsmittel: Wirksam – aber mit heftigen Nebenwirkungen

Donald Trump nimmt Finasterid für besseren Haarwuchs
Hilft seinem Haupthaar mit dem Medikament Finasterid auf die Sprünge: US-Präsident Donald Trump (Archivbild)
© picture alliance/AP Photo
Für einen Mann mit 70 Jahren hat US-Präsident Donald Trump erstaunlich fülliges Haar. Dafür sorgt das Medikament Finasterid, verriet nun sein Hausarzt.  Das Mittel ist zwar wirksam – aber höchst umstritten.

Die blonde Tolle ist Donald Trumps Markenzeichen: Während auf den Köpfen gleichaltriger Männer oft schon Kahlschlag herrscht, sprießen bei dem 70-Jährigen noch erstaunlich viele Haare. Sie sind das Ergebnis guter Gene, könnte man meinen. Und tatsächlich: Ob und wann Männer Haarausfall entwickeln, ist meist genetisch bedingt. Doch Donald Trump scheint den Launen der Natur nicht so recht trauen zu wollen - und hilft seinem Haarwuchs lieber mit einem Medikament auf die Sprünge. Das verriet nun sein langjähriger Hausarzt Harold N. Bornstein in einem Gespräch mit der "New York Times".

"Er hat noch alle seine Haare", erklärte Bornstein gegenüber der US-Zeitung. Dafür sei ein Medikament mit dem Wirkstoff Finasterid verantwortlich, das der US-Präsident regelmäßig einnehme. Finasterid greift in den Hormonhaushalt des Körpers ein und verhindert, dass Testosteron in den haarschädlichen Botenstoff DHT umgewandelt wird. Leiden Männer unter anlagebedingtem Haarausfall, reagieren die Haarwurzeln empfindlich auf DHT. Sie sterben mit der Zeit ab, was zu Haarausfall und kahlen Stellen führt. Finasterid verhindert diesen Vorgang.

Finasterid: Gute Wirksamkeit - aber große Nebenwirkungen

Die Wirksamkeit des Mittels ist gut belegt. In Studien konnte Finasterid den Haarausfall bei 90 Prozent der Männer stoppen. Bei jedem zweiten Mann verdichtete sich das Haar innerhalb von sechs bis zwölf Monaten sogar sichtbar.

Das klingt zunächst gut, doch das verschreibungspflichtige Finasterid birgt auch erhebliche Risiken: So verlieren einige Männer die Lust auf Sex oder entwickeln Potenzstörungen, anderen können Brüste wachsen. Auch die Anzahl der Spermien in der Samenflüssigkeit sinkt. Forscher diskutieren, ob Finasterid womöglich zu Unfruchtbarkeit führen könnte - vor allem bei Männern, die ohnehin schon eine mangelhafte Samenqualität besitzen. Zwar verbessert sich die Qualität des Samens wieder, wenn das Mittel abgesetzt wird. Doch die Anwendung des Medikaments ist vor allem bei jungen Männern mit Kinderwunsch umstritten.

Missbildungen bei männlichen Föten

Frauen bringt Finasterid keinen erwiesenen Nutzen - und kann sogar gefährlich werden. Kommt es zu einer Schwangerschaft, führt das Mittel zu Missbildungen bei männlichen Föten. Für Frauen ist Finasterid daher nicht zugelassen. 

Die Experten der Arzneizeitschrift "Gute Pillen - schlechte Pillen" bewerten das Mittel daher durchaus kritisch. "Der geringe kosmetische Effekt wird mit beträchtlichen Nebenwirkungen erkauft", heißt es auf der Website der Zeitschrift. Für ein rein kosmetisches Anwendungsgebiet wie Haarausfall bei Männern sei der Einsatz des Mittels "unverantwortlich". 

Finasterid: Trumps Haarwuchsmittel: Wirksam – aber mit heftigen Nebenwirkungen
ikr

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