VG-Wort Pixel

Fitness-Apps im Test Haltungsschäden und völlige Überforderung

Per App zum Wunschgewicht? Viele Fitness-Anwendungen überfordern ihre Nutzer und können im schlimmsten Fall mehr schaden als nützen.
Per App zum Wunschgewicht? Viele Fitness-Anwendungen überfordern ihre Nutzer und können im schlimmsten Fall mehr schaden als nützen.
© colourbox.de
Sie sind günstig, praktisch und versprechen Trainingsgerfolge. "Computer Bild" hat die fünf populärsten Apps getestet. Das Ergebnis: Die meisten überfordern die Nutzer und verursachen Fehlhaltungen.

Frühlingszeit ist Trainingszeit, und Apps sollen den Weg zur Bikini- und Badehosenfigur erleichtern. Doch wie wirksam und sinnvoll sind Apps, die an Trainingszeiten erinnern, motivieren, Trainingspläne erstellen und über Leistungsfortschritte informieren? "Computer Bild" hat in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe die fünf populärsten Fitness-Apps unter die Lupe genommen - mit teils vernichtenden Resultaten. Das Niveau der vorgeschlagenen Work-outs sei unter anderem viel zu hoch und berücksichtige individuelle körperliche Eigenschaften nicht ausreichend, lautet die Kritik.

Im Test waren die Apps "Virtuagym Pro", "Freeletics", "Tägliche Trainigs", "7 Minuten Training" und "7 Minuten Workout". Die Auswahl erfolgte anhand der aktuellen Downloadzahlen.

Selbst der Testsieger nicht ohne Tücken

Keine der untersuchten Apps erkundige sich nach gesundheitlichen Problemen der Nutzer, bemängelt die Redaktion. Rücken- oder Gelenkbeschwerden etwa werden schlichtweg ignoriert. Das Gewicht würde oftmals zwar abgefragt, doch keine Konsequenzen für das Training daraus abgeleitet. Häufig seien die vorgeschlagenen Trainings für Anfänger schlichtweg überfordern, so "Computer Bild"-Redakteuer Thomas Vattrodt. 20 Klimmzüge für einen Einsteiger etwa nennt er als Beispiel.

Am besten schnitt noch die "Virtuagym Pro" App ab. Wer bereits trainingserfahren sei, könne sich hierüber neue Inspirationen holen, so Vattrodt. Doch auch bei dieser Anwendung hätten sich einige Fehler eingeschlichen, die zu Haltungsschäden führen könnten.

Auf den zweiten Platz schaffte es "Freeletics", das durch individuelle Work-outs punktete. Doch eine recht geringe Auswahl an Übungen und keine Unterscheidung in Muskelstärke rechtfertige den relativ hohen Preis von 35 Euro nicht, so die Tester. Dass es die App trotzdem auf Platz zwei schaffte, ist der Tatsache geschuldet, dass sie noch am besten über Gefahren durch Überbelastung und Fehlhaltungen informiere.

Für Anfänger uneeignet

Die Angebote "7 Minuten Training" und "7 Minuten Workout" schnitten aufgrund der geringen Übungsanzahl, dem starren und wenig abwechslungsreichen Trainigsablauf schlechter ab. Sie belegten Platz drei und fünf. Einige der Übungen, wie etwa das rückwärtige Trizeps-Drücken am Stuhl, stuften Experten sogar als gefährlich ein.

Das Fazit der Redaktion: Wer bereits trainingserprobt sei, könne sich bei "Virtuagym Pro" Inspriration für neue Übungen holen. Für alle Apps und Anfänger gelte es jedoch, sich die Übungen zunächst von einem Experten zeigen zu lassen, um schwerwiegende Fehler zu vermeiden.

mh

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker