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Gesundheits-Apps und Fitnesstracker: So sinnvoll sind die digitalen Abnehmhelfer

Der Markt der Gesundheits-Apps ist riesig. Auch für das Abnehmen und für den Sport gibt es digitale Helfer. Doch welche sind sinnvoll? Eine Expertin gibt Tipps.

Abnehmen, fit werden und gesund bleiben: Die digitalen Gesundheitshelfer versprechen, uns dabei zu unterstützen.

Abnehmen, fit werden und gesund bleiben: Die digitalen Gesundheitshelfer versprechen, uns dabei zu unterstützen.

Neue digitale Helfer wie intelligente Waagen, Gesundheits-Apps, elektronische Schrittzähler und Online-Coachings locken uns mit der Verheißung, dass Abnehmen noch nie so bequem war wie heute. Die Geräte kontrollieren, disziplinieren und motivieren uns. Vor allem aber versprechen sie: Mit uns wird aus dem langweiligen und langwierigen Verzicht ein vergnüglicher Wettstreit.

Aber helfen uns die digitalen Angebote tatsächlich dabei, schlanker zu werden? Im stern.de-Interview erklärt Professorin Viviane Scherenberg, Dekanin für Prävention und Gesundheitsförderung an der Apollon Hochschule in Bremen, was die Geräte wirklich können und was nicht.

Frau Scherenberg, Gesundheits-Apps, elektronische Schrittzähler, Online-Coachings – machen uns die vielen neuen intelligenten Helfer schlanker?
Diese Geräte können uns helfen, unser Verhalten zu kontrollieren. Ihr Vorteil ist, dass sie unbestechlich, präzise und auf Wunsch jederzeit verfügbar sind. Man darf aber nie vergessen, dass die digitalen Angebote keine Wunderwaffe sind, sondern ein Mittel zum Zweck. Sie können nur so gut sein wie der Wille des Nutzers. Nur wenn die Bereitschaft sich zu ändern, groß genug ist, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass solche Apps kontinuierlich genutzt werden. Studien haben gezeigt, dass der persönliche Leidensdruck ein wesentlicher Treiber ist.

Welche Nachteile haben sie?
Die Eingabe der genauen Daten verschlingt oft viel Zeit - Zeit, die ich auch mit Sport oder anderen Freizeitbeschäftigungen verbringen kann. Dies ist oftmals befriedigender als alleine bewegungslos vorm Computer zu sitzen - und besser für das Gewicht und die Figur ist es auch.

Wie wichtig ist der Punkt der "Gamification", also die Möglichkeit, spielerisch mit anderen in den Wettkampf zu treten?
Dieser neue, riesige Trend birgt die Gefahr, dass statt echtem Wissen bei den Menschen eine Wissensillusion entsteht. Im Vordergrund steht überdosiertes Spielen und der Unterhaltungseffekt - erst recht wenn der Wettkampfcharakter intensiv betont wird. Dies kann stark von den wirklich gesundheitsrelevanten Inhalten ablenken. Die ursprüngliche Intention der App wird so verfehlt. Zudem besteht die Gefahr, dass es nur noch um die Erfolge oder Misserfolge beim Spielen geht. Und irgendwann ist es dann entweder langweilig oder zu frustrierend und man hört auf.

Woran erkenne ich eine gute App?
Bewertungen anderer User können ein Indiz sein, dabei muss man aber immer im Hinterkopf haben, dass diese auch manipuliert sein können. Wichtig ist der Blick ins Impressum mit Hinweisen zum Autor, zur fachlichen Qualifikation, zum Datenschutz, zur Werbepolitik und den Finanzierungsquellen der App. Gut ist auch, wenn es einem direkten Ansprechpartner für Fragen gibt. Auf den Seiten www.healthon.de oder www.appcheck.de gibt es Checklisten und Tipps zur App-Kontrolle.

Ist das ständige Wiegen, Messen, Kontrollieren aus psychologischer Sicht überhaupt sinnvoll?
Es kommt wie immer auf das richtige Maß an. Unser Körper verhält sich nicht nach mathematischen Regeln, er ist kein Computer. Mit Blutdruck- und Pulsmessern, Sportuhren, Schrittzählern, Bewegungsanzeigern und anderen Sensoren möglichst viele Daten über den eigenen Körper und Lebensstil zu erfassen, hilft, die eigenen Daten im Blick zu behalten und schärft das Bewusstsein für das eigene Verhalten. Andererseits kann aber auch die eigene, gesunde Körperwahrnehmung verloren gehen. Menschen, die ihre Körperfunktionen obsessiv überwachen, lückenlos aufzeichnen und so ihre Körperfunktion wie eine Maschinenleistung optimieren wollen, machen ihr persönliches Wohlergehen von einzelnen Tagesergebnissen abhängig. Dabei können wir uns auch bei tagesformabhängigen "schlechten" Daten sehr gut fühlen und auf dem richtigen Weg sein.

Können die digitalen Angebote die soziale Kontrolle von Freunde und Bekannten ersetzen?
Bei digitalen Angeboten gilt: Der Nutzer muss entweder selbst aktiv werden oder es werden ihm zu festen Zeitpunkten Push-Nachrichten bzw. Erinnerungen gemailt - die persönliche Situation und die Gefühlslage des Nutzers spielen dabei keine Rolle. Freunde, Familie oder Kollegen hingegen sind präsent und kennen die Stärken und Schwächen der Person. Sie wissen, in welcher Situation sie sich gerade befindet. Nur Mitmenschen können empathisch handeln; können in Krisenzeiten und bei Rückfällen mit Verständnis, Ermutigung und Unterstützung reagieren.

Interview: Silke Gronwald

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.