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Nahrungsstoffe: Wie unsere Organe Nährstoffe verwerten

Wenn unser Körper Nahrung verwertet, ist der Darm nicht immer beteiligt. Auf Hochtouren läuft er, wenn wir viele Ballaststoffe essen: Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Lesen Sie, welche Organe ebenfalls ihren Dienst tun, um uns mit Nährstoffen zu versorgen.

Kohlenhydrate
Die Leber unterhält einen Kurzzeitspeicher, über den der Blutzuckerspiegel konstant gehalten wird. Fette: Langkettige Fettsäuren gelangen als im Blut lösliche Lipoproteine zu den Körper- zellen. Überflüssige Fettsäuren werden in Fettzellen eingelagert, die immer praller und zahlreicher werden. Da die Energiespeicher auch Hormone herstellen, kann deren Gleichgewicht im Körper massiv gestört werden. Diabetes und Gefäßverengung können die Folge sein.

Eiweiß


Eiweiß wird in seine Bestandteile, die Aminosäuren, zerlegt. Beim Abbau der Aminosäuren fällt das extrem giftige Ammoniak an. Es wird in der Leber sofort in weniger giftigen Harnstoff verwandelt und über die Nieren ausgeschieden.

Purine


Bei der Entsorgung von Zellmüll aus dem Körper und der Nahrung fallen Purine an (ein Baustein der Erbsubstanz). Um sich dieser zu entledigen, produziert der Körper Harnsäure, die über die Nieren ausgeschieden wird. Alkohol: wird in der Leber und auch schon im Magen und Darm abgebaut, ein Großteil gelangt aber über das Blut in den gesamten Körper. Bei der Entsorgung entsteht Acetaldehyd, ein zellschädigendes Gift. Außerdem hemmt Alkohol den Fettabbau und die Harnsäureausscheidung (Gicht!).

Gifte


Gifte werden von der Leber unschädlich gemacht, indem sie an bestimmte Substanzen gebunden werden, die zum großen Teil über Galle und Darm oder die Nieren ausgeschieden werden.

Ballaststoffe


Sie können erst im Dickdarm und nur zum Teil von der Darmflora zerlegt werden. Sie schützen den Darm vor Schadstoffen. Die unverdauten Ballaststoffe binden Gifte und Wasser und fördern so die Darmentleerung.

Leber


Die Leber ist die zentrale Versorgungs- und Entgiftungsstation. Sie arbeitet die im Dünndarm zerlegten Nahrungsbausteine auf und schickt sie an die Zellen weiter. Was unbrauchbar oder giftig ist, wandelt sie größtenteils in harmlose Substanzen um, die dann an Nieren und Darm weitergeleitet werden (im Detail siehe linke Spalte). Kann die Leber ihre vielfältigen Aufgaben nicht mehr erfüllen, häufen sich im Körper schädliche Substanzen wie Ammoniak und Gifte an. Schon eine schleichende Überlastung des Organs (etwa durch Medikamente oder Alkohol) beeinträchtigt die Giftverarbeitung sowie die Harnstoffproduktion. Der Körper wird nicht mehr so leicht mit Fett und Eiweiß fertig, die Kohlenhydratspeicherung in der Leber verschlechtert sich.

Dickdarm


Bei fett- und eiweißreicher Ernährung produziert die Darmflora auch giftige Stoffe, die den Zellen der Darmwand schaden können - umso mehr, je länger sie im Darm verweilen, etwa bei Verstopfung.

Lunge


Beim Energiegewinnen bleiben hauptsächlich Kohlendioxid und Wasser übrig. Durch die Lunge atmen wir das schädliche Gas aus.

Niere


Das Doppelorgan filtert Harnstoff, Harnsäure, einen Teil der Gifte und Wasser aus dem Blut und scheidet sie aus. Fallen mehr Schadstoffe an, als die Nieren bewältigen können, kreisen diese im Blut oder lagern sich ab, wie z. B. Harnsäure in den Gelenken. Vor allem Übergewichtige sind gefährdet, weil deren abzubauende Zellmasse die Nieren überfordern kann.

Sven Rohde
stern Gesund leben, 1. Februar 2006

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