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Ernährung: Warum wir auf rotes Essen besonders großen Appetit haben

Wir essen, was schmeckt – klar. Doch auch die Farbe steuert, für welches Lebensmittel wir uns entscheiden. Ganz hoch im Rennen: Rot. Warum eigentlich?

Eine Schale Ketchup steht auf einem Tisch.

Pommes mit lecker Ketchup: Wer kann hier schon widerstehen?

Pommes Frites mit einer schönen Portion Ketchup. Nudeln mit Tomatensoße. Oder Vanilleeis mit roter Grütze. Was diese drei Gerichte gemeinsam haben? Sie schmecken allesamt köstlich, lassen uns aber auch aus einem anderen Grund das Wasser im Munde zusammenlaufen: aufgrund ihrer roten Farbe. Italienische Forscher um den Wissenschaftler Francesco Foroni vom "Neuroscience and Society Lab" fanden heraus, dass der Farbton unseren Appetit anregt. Auf diese Weise steuert er, was auf unserem Teller landet.

Der Grund für diese Präferenz: Rote Lebensmittel signalisieren dem Gehirn eine höhere Energiedichte der Nahrung. Diese Verknüpfung stammt wohl noch aus der Urzeit, als unsere Vorfahren darauf angewiesen waren, ihren täglichen Speiseplan durch Jagen und Sammeln zu bestreiten. Insbesondere für Früchte gilt der Grundsatz: je röter, desto nahrhafter. Die Farbe gilt als Anzeichen für Reife. Vollreife Früchte enthalten meist mehr Zucker als grüne Exemplare, die deutlich weniger Kalorien liefern. Die Präferenz für rote Lebensmittel war daher früher ein Überlebensvorteil. 

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Rot regt den Hunger an – und ist verkaufsfördernd

Was bei natürlichen Lebensmitteln noch gilt, wird bei stark verarbeiteten Industrieprodukten schon schwieriger. Hier lässt die Farbe keinen Rückschluss auf den Kaloriengehalt des Lebensmittels zu. Die  Industrie trickst reichlich – und zwar in Form von versteckten Kalorien, Zucker und Fetten oder auch mithilfe von Farbstoffen. Dennoch beobachteten die Forscher die Präferenz für Rot auch bei verarbeiteten Lebensmitteln: Sie wurden von den Studienteilnehmern meist nahrhafter als grüne Lebensmittel eingestuft. 

Dass die Farbe Rot verkaufsfördernd wirkt, ist vielen Lebensmittelkonzernen bereits seit Längerem bewusst: Salamis und Würste werden etwa häufig mit roter Farbe gefärbt, um sie appetitlicher wirken zu lassen. Den Verbraucherzentralen ist dieses Vorgehen seit Langem ein Dorn im Auge – nicht zuletzt suggeriert sie einen höheren Muskelfleischanteil im Produkt. Durch den psychologischen Rot-Trick kann die Industrie minderwertige Inhaltsstoffe einfach appetitlich färben. 

Rot - bei Lebensmitteln und Verpackungen

Nicht nur das Lebensmittel selbst, sondern auch die Farbe der Verpackung könnte einen Einfluss darauf haben, für welche Lebensmittel wir uns entscheiden, vermuten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Scientific Reports". Sollte sich diese These bewahrheiten, scheinen vor allem Fastfood-Ketten in den letzten Jahren viel richtig gemacht zu haben: Burger King und McDonald's hüllen ihre Lebensmittel seit Langem in appetitliches Rot.

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Pesto ist eine beliebte Soße für Pasta und besteht aus Basilikum, Pinienkernen, Parmesan und Olivenöl. Von der grünen Farbe sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen: Die Nudelsoße ist eine wahre Kalorienbombe. In einem handelsüblichen Glas stecken rund 1000 Kilokalorien. Das deckt den Tagesbedarf einer Frau (2000 Kilokalorien) bereits zur Hälfte.  Industriell gefertigtes Pesto ist zudem häufig gepanscht: Statt Pinienkernen werden günstige Cashewnüsse verwendet, statt Olivenöl minderwertigeres Sonnenblumenöl. Die Verbraucherzentrale hat zudem auch Zucker, Aromen und Zusatzstoffe in der Nudelsoße gefunden.

Pesto ist eine beliebte Soße für Pasta und besteht aus Basilikum, Pinienkernen, Parmesan und Olivenöl. Von der grünen Farbe sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen: Die Nudelsoße ist eine wahre Kalorienbombe. In einem handelsüblichen Glas stecken rund 1000 Kilokalorien. Das deckt den Tagesbedarf einer Frau (2000 Kilokalorien) bereits zur Hälfte.

Industriell gefertigtes Pesto ist zudem häufig gepanscht: Statt Pinienkernen werden günstige Cashewnüsse verwendet, statt Olivenöl minderwertigeres Sonnenblumenöl. Die Verbraucherzentrale hat zudem auch Zucker, Aromen und Zusatzstoffe in der Nudelsoße gefunden.

ikr
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