Sonnenschutz Schwarzer Hautkrebs und ABCD-Regel


Als gefährlichste Hautkrebsform gilt der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom). Dieser bösartige Tumor geht von den Pigmentzellen aus. Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Als gefährlichste Hautkrebsform gilt der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom). Dieser bösartige Tumor geht von den Pigmentzellen aus. Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Die seit mehreren Jahren beobachtete deutliche Zunahme von Hautkrebs führen Fachleute vor allem auf ein verändertes Freizeitverhalten mit übermäßigem Sonnengenuss und unzureichendem Sonnenschutz zurück, aber auch auf vermehrte Solarienbesuche. Als besonders gefährdet gelten Menschen mit mehr als 50 pigmentierten Muttermalen. Auch so genannte Altersflecken können auf ein erhöhtes Hautkrebsrisiko hinweisen. Risikopatienten sollten sich einmal jährlich von einem Hautarzt untersuchen lassen.

Damit auch der Laie entsprechende Hautveränderungen entdecken kann, gibt es eine einfache ABCD-Regel. Sie steht für Asymmetrie, Begrenzung, Colour (Farbe) und Durchmesser:

ASYMMETRIE: Ein Fleck kann gefährlich sein, wenn er keine runde oder ovale Form hat, sondern asymmetrisch aufgebaut ist.

BEGRENZUNG: Eine unscharfe Begrenzung kann ebenso auf ein Melanom hindeuten wie unregelmäßige Ausfransungen oder Ausläufer des Pigmentmales.

COLOUR (Farbe): Ein Muttermal mit mehreren Farbtönungen sollte genau beobachtet werden.

DURCHMESSER: Auch ein Pigmentmal, dessen Durchmesser größer als fünf Millimeter ist, sollte beachtet werden.

Kein Hautkrebsschutz mit Beta-Karotin-Pillen

Beta-Karotin-Pillen bieten Sonnenanbetern keinen sicheren Schutz vor Hautkrebs. Das ergab eine US-Studie an 1.621 Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 74 Jahren. Die Forscher hatten über vier Jahre die Studienteilnehmer beobachtet. Ein Teil hatte sich regelmäßig mit Sonnenschutzcreme an Kopf, Nacken, Arme und Hände eingecremt. Zwei weitere Gruppen nahmen dagegen täglich eine 30 Milligramm große Beta-Karotin-Pille oder ein Placebo. Bei der Gruppe, die ihre Haut mit Sonnencreme schützte, entwickelte sich im Durchschnitt eine so genannte solare Keratose weniger, als bei jenen, die die Beta-Karotin-Pille oder das Placebo einnahmen. Solare Keratosen sind Verhornungen der Haut, die auf ein erhöhtes Hautkrebsrisiko hinweisen.

Die Gefahr des "hellen Hautkrebses" wird unterschätzt

Angesichts der verbreiteten Angst vor dem malignen Melanom drohen die Gefahren des hellen Hautkrebses unterschätzt zu werden. Dabei sind Tumoren wie das Stachelzell- oder das Basalzellkarzinom weitaus stärker verbreitet als der schwarze Hautkrebs, wie die Gesellschaft für Dermopharmazie betont. Sie bildeten zwar nur selten Metastasen, könnten aber ebenfalls zum Tode führen. Aus diesem Grund hat die Gesellschaft, in der Hautärzte, Apotheker, Wissenschaftler, Pharma- und Kosmetikexperten zusammenarbeiten, die Aufklärungsaktion "Licht-Hautkrebs-Prävention" gestartet.

Der Stachelzellkrebs, der auch Spinaliom genannt wird, entwickelt sich in der Regel erst ab dem 60. Lebensjahr. Betroffen sind vor allem hellhäutige Menschen, die sich ihr Leben lang der Sonne ausgesetzt haben. Vorstufe ist häufig die so genannte raue Lichtschwiele, die in Australien bereits 40 Prozent und in Mitteleuropa immerhin zehn bis 15 Prozent der über 40-Jährigen aufweisen. Dabei bildet sich ein gerötetes Hautareal mit einer bräunlichen, verdickten Hornschicht. Durchbrechen die veränderten Hautzellen die Grenze von der Oberhaut zur Lederhaut, entsteht der blumenkohlartig wuchernde Stachelzellkrebs.

Das Risiko, dass sich die Lichtschwielen zu einem Krebs entwickeln, beziffert Hans Christian Korting vom Universitätsklinikum München auf bis zu 16 Prozent pro Jahr. Am häufigsten sind jene Körperregionen befallen, die am stärksten der Sonne ausgesetzt seien - Gesicht, Ohren, Handrücken, Unterarme sowie bei Haarausfall die Glatze. Bei frühzeitiger Diagnose kann das Spinaliom ebenso wie seine Vorstufe erfolgreich mit physikalischen, medikamentösen und so genannten photodynamischen Methoden behandelt werden.

Basaliom ist in Mitteleuropa noch häufiger

In Mitteleuropa noch häufiger als der Stachelzellkrebs ist das Basalzellkarzinom oder Basaliom. Dieser Hauttumor bildet keine Tochtergeschwulste, vergrößert sich aber kontinuierlich und zerstört dabei Haut, darunter liegendes Gewebe und unter Umständen sogar Knochen, wie Korting berichtet. Auch hier sind am häufigsten die sonnenverwöhnten Hautpartien betroffen. Beunruhigend finden die Experten, dass zunehmend jüngere Menschen daran erkranken. Basaliome zeigen sich zunächst als kleine, flache Knötchen, die eine glänzende Oberfläche haben. Später können sie sich rötlich und bräunlich verfärben sowie krustig oder schuppig werden.

Auch ein Basaliom lässt sich laut Korting bei rechtzeitiger Diagnose gut entfernen. Allerdings ist auch danach eine regelmäßige hautärztliche Kontrolle notwendig. Denn wenn sich einmal ein Basaliom gebildet hat, ist es wahrscheinlich, dass sich auch an anderen Stellen solche Tumore entwickeln, die aber keine Metastasen sind. Wenn der Krebs nicht vollständig entfernt werden konnte, kann der Tumorrest von Neuem zu wachsen beginnen.

"Unser Anliegen ist es, die hellen Hautkrebsarten stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken", betont Professor Korting als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Dermopharmazie. Auch im Forschungsbereich sollten die Anstrengungen erheblich intensiviert werden. Das wichtigste Ziel sei es, die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass hautschädigendes Verhalten eben nicht nur zum malignen Melanom, sondern noch viel eher zum hellen Hautkrebs führen könne. Und auch hier sei die beste Form der Vorbeugung ein wirksamer Sonnenschutz sowie eine regelmäßige ärztliche Kontrolle.


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