Kann der Mensch Aufwand sparen, wird er erfinderisch. Das gilt auch in der Küche, wo Maschinen das Rühren, Mahlen oder Schneiden übernommen haben. Zunächst arbeiteten die Helfer rein mechanisch, doch mit dem Wirtschaftsboom der 1960er-Jahre hatte die Handkurbel allmählich ausgedient. Elektrischer Strom sorgte fortan für Bewegung, auch im privaten Haushalt. Ein anschauliches Beispiel dafür ist der Allesschneider.
Bei der elektrischen Schneidemaschine dreht sich ein kreisrundes Messer um seinen Mittelpunkt. Das Schnittgut, Brot oder Schinken zum Beispiel, wird auf einem seitlich vorgelagerten Schlitten platziert und dabei gegen eine senkrechte Barriere, die Anschlagplatte, gedrückt. In der Vorwärtsbewegung des Schlittens trennt das rotierende Rundmesser fein säuberlich Scheibe für Scheibe vom Schnittgut ab. Der Abstand zwischen Messer und Barriere bestimmt die Dicke.
Allesschneider-Test: Diese Geräte haben wir getestet
Diese Modelle könnten sich ebenfalls lohnen
Folgende Allesschneider haben wir nicht selbst getestet, sie sind uns aber bei der Recherche aufgefallen:
Testergebnis: Der beste Allesschneider im Test
Es war gar nicht leicht, einen klaren Testsieger zu küren. Doch am Ende holte sich der Ritter E 16 Duo Plus den verdienten Sieg, weil er uns bei der Bedienungsfreundlichkeit voll überzeugte. Graef hatte mit dem Allesschneider G52 Twin aber ebenfalls ein Gewinner-Modell im Rennen, das uns nicht nur als Design-Tipp, sondern auch mit der Präzision beim Schneiden überzeugte. Beide Allesschneider kosten, völlig fair, etwas mehr als 100 Euro.
Eine Marke, die Severin mit der AS 3917 im Handel aber noch unterschreitet. Das dürfte das Modell für viele Käufer in die engere Auswahl bringen und macht es bei uns zum überzeugenden
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.
Über den Tester
In meinem Haushalt gibt es vier gute Messer, und viele andere. Die „Guten“ sind im Dauereinsatz und dürfen, genau wie das Rundmesser eines elektrischen Allesschneiders, zum Leidwesen der Familie nicht in den Geschirrspüler. Mit ihnen schneide ich Fleisch, Fisch, Gemüse und alles andere. Nur Brot bildet eine Ausnahme, denn dafür ist die rote Handkurbel-Maschine von Zassenhaus zuständig, die ich sehr schätze und die meine Frau liebt, weil sie ohne Kraftaufwand funktioniert.
Der elektrische Allesschneider hat den Einzug bisher nicht geschafft. Das liegt allerdings mehr an den beengten Verhältnissen in der Küche als am Willen. Darum habe ich mich auf diesen Test besonders gefreut, denn jetzt gibt es keine Ausrede mehr. Hauchdünner Aufschnitt ist schon eine feine Sache.
Weitere Informationen über Karl Lüdecke
Vergleichstabelle: Allesschneider im Test
| Bewertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | |||||
| Stufenlose Schnittstärke in Millimeter | 0 - 20 | 0 - 20 | 0–23 (nahezu stufenlos) | 0 - 17 | 0–17 | 0 - 15 | 0 - 15 | 0 - 15 | 0 - 15 | 0 - 15 |
| Leistung in Watt | 65 (Eco-Technologie) | 45 bis 170 | 130 | 100 | 100 | 200 | 200 | 120 | 110 | 180 |
| Messer im Lieferumfang | 2 | 2 | 1 | 1 | 1 | 2 | 2 | 1 | 1 | 1 |
| Auffangschale inklusive | ✔ | ✘ | ✔ | ✘ | ✘ | ✔ | ✘ | ✘ | ✘ | ✘ |
| Klappbarer Korpus | ✘ | ✘ | ✘ | ✔ | ✔ | ✘ | ✘ | ✔ | ✘ | ✔ |
| Kabellänge in cm | 131 | 103 | 83 | 92 | 92 | k.A. | k.A. | 120 | 130 | 80 |
| Maße (L x B x H in mm) | 335 x 250 x 230 | 325 x 230 x 240 | 360 x 234 x 245 | 330 x 196 x 250 | 330 x 196 x 250 | 370 x 220 x 265 | 450 x 250 x 250 | 290 x 320 x 205 | 335 x 230 x 235 | 330 x 280 x 230 |
| Gesamtgewicht in kg | 3 | 2.36 | 2.7 | 1.56 | 1.59 | 4 | 4.3 | 2.02 | 2.1 | 2.04 |
| Farbe | Silbermetallic oder Schwarz | Grau | Silbergrau | Schwarz, Silber oder Weiß | Schwarz oder Weiß | Schwarz | Schwarz | Weiß | Edelstahl | Weiß |
| Erhältlich bei |
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* Herstellerangabe
So haben wir die Allesschneider ausgewählt
Der Markt für elektrische Allesschneider wird von wenigen Herstellern dominiert. Zu den erfolgreichsten Anbietern zählen die deutschen Traditionsunternehmen Ritter und Graef, die mit je einer Schneidemaschine im Test vertreten sind. Alle von uns getesteten Geräte mussten folgende Kriterien erfüllen:
- Gute Verfügbarkeit am Markt: Natürlich kann es auch mal vorkommen, dass gut bewertete Produkte später ausverkauft sind. Bei der Auswahl sollte die Verfügbarkeit jedoch stimmen. Schließlich ist alles andere für Interessenten eine Enttäuschung.
- Hohe Kundenakzeptanz bei bisherigen Verkäufen: Welche Allesschneider sind in den Online-Shops beliebt und erhalten eine gute Bewertung? Für uns ist diese Frage ein Auswahlkriterium, da es die Praxisrelevanz der Tests steigert.
- Preisniveau bis maximal 150 Euro: Allesschneider sind in einem breiten Preisspektrum erhältlich, auch für hunderte Euro. Wir konzentrieren uns auf den mittleren Bereich. Hier besteht das größte Interesse und hier herrscht auch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Eignung für den privaten Haushalt: Wir testen generell Produkte für unsere Leser und damit für private Kunden.
- Elektrischer Antrieb: Im Sinne der Vergleichbarkeit sind Handkurbelgeräte und Messer nicht geeignet für den Test.
So haben wir getestet
Alle Allesschneider im Test waren bereits vormontiert. Nach der Entnahme aus dem Karton mussten wir nur noch den Gleitschlitten aufsetzen, das Kabel entrollen und mit dem Strom verbinden. Allen Geräten liegen ein Restehalter mit Fingerschutz sowie eine Bedienungsanleitung bei, bei den Maschinen von Graef und Ritter zudem ein glattes Spezialmesser für Schinken. Bei zwei Allesschneidern, den Modellen von Ritter und Severin, gehört zudem eine Auffangschale zum Lieferumfang. Das Auspacken und Aufstellen der Maschinen hatten wir, auch bei den klappbaren Modellen, in weniger als fünf Minuten erledigt.
Anschließend ging es uns um den ersten Eindruck, die Optik, die Haptik und die Platzierung der Bedienelemente. Die Unterschiede, die wir im Folgenden für jedes der fünf Geräte beschreiben, sind groß. Die verwendeten Materialien für den Korpus reichen vom stabilen Aluminium bis zu weichem Plastik. Alle Messer bestehen aus Edelstahl, laut Herstellerangaben aus deutscher Produktion.
Für den eigentlichen Test haben wir Brot, gekochten und rohen Schinken, Salami, Käse und diverse Gemüse erworben, die wir anschließend in unterschiedlich dicke Scheiben geschnitten haben. Schon um die Lebensmittel restlos zu verwerten, haben wir auch immer wieder Gäste geladen und um ihre Meinung gebeten. Die Urteile fielen zum Glück erstaunlich ähnlich aus.
Am Ende stand, wie bei jedem opulenten Mahl, der Abwasch und damit die Frage, wie leicht sich die Maschinen reinigen lassen. Wir haben uns dabei an die Vorgaben der Hersteller gehalten und nur mit Wasser und sanften Spülmitteln gearbeitet.
1. Mit Qualität zum Testsieg: Ritter E16 Duo Plus
Der erste Eindruck: Der Allesschneider Ritter E16 Duo Plus hat ein Gehäuse aus Metall. Drei Kilogramm bringt das Gerät auf die Waage und ist damit das schwerste im Test. „ritter Qualität seit 1905“ verspricht der Hersteller in schwarzen Lettern auf dem silberglänzenden Korpus. Der erste Eindruck passt dazu. Dieser Allesschneider ist grundsolide, nichts wackelt oder vibriert. Eine Klapp-Funktion zum platzsparenden Verstauen gibt es nicht, was Vorteile hat: Wenn diese Maschine einmal steht, dann steht sie sicher.
Zum Lieferumfang des E16 gehört neben dem vorinstallierten Wellenschliffmesser ein spezielles Messer zum Schneiden von Schinken und Aufschnitt. Das zahlt sich aus, gerade für Carpaccio-Fans. Nicht nur Rinderfilet und Thunfisch schneiden wir damit hauchdünn, auch Rote Bete, Kohlrabi oder Möhren werden in feinen Scheiben mit etwas Öl und Parmesan zum Hochgenuss.
Der Wechsel der beiden Messer dauert keine Minute, verlangt angesichts der scharfen Solinger Klingen aber die volle Aufmerksamkeit. Als Werkzeug zum Lösen und Befestigen des Rundmessers nutzen wir ein 50-Cent-Stück, das gut in den schmalen Schlitz am Messerverschluss passt. Wir lösen das Rundmesser mit einer leichten Drehung im Uhrzeigersinn, in der Gegenrichtung arretieren wir es wieder. Zum Lieferumfang gehören auch eine Auffangschale, der Schneideschlitten, ein Restehalter und ein spezielles Fett für die Wartung. Werkzeug zur Montage benötigen wir nicht.
Benutzung und Handhabung: Wir starten unseren Test mit dem glatten Aufschnittmesser – und einer ernüchternden Erkenntnis. Für große Kaliber wie den Spargelschinken sind Allesschneider für die private Küche offenbar nicht gedacht. Unser Kochschinken passt nicht zwischen Schlitten-Ende und Messer-Anfang, da hier nur rund 18 cm zur Verfügung stehen. Es bleibt also nichts anderes übrig, als den Schinken zu kürzen.
Den Schlitten des E16-Allesschneiders stecken wir zu Beginn mit leichtem Druck von oben in die Führungsnut am Gehäuse. Er steht leicht geneigt zum Messer, womit das Schnittgut besonders gut durch die Klinge gleitet. Wie groß der Einfluss des Neigungswinkels tatsächlich ist, können wir nicht quantifizieren. Der Schneidevorgang fühlt sich jedenfalls gut und sicher an, das Ergebnis ist exzellent. Es gelingt uns schon nach wenigen Versuchen, ohne Kraftaufwand hauchdünne Scheiben zu schneiden.
Neben dem präzisen, stufenlosen Rad zur Einstellung der Dicke zwischen 0 und 20 Millimetern braucht es dafür ein sehr scharfes Messer, einen leistungsfähigen Motor und vor allem eine Anschlagplatte vor dem Messer, die dem sanften Druck des Schnittguts nicht nachgibt. All das bringt der E16 von Ritter mit. Der 65-Watt-Motor ist noch dazu besonders leise und sparsam. Er verbraucht selbst bei täglicher Nutzung laut Hersteller kaum zwei Kilowattstunden im Jahr. Die Kosten liegen damit im Cent-Bereich. Als praktisch erweist sich im Test die im Boden integrierte, entnehmbare Auffangschale, in der die geschnittenen Scheiben landen. Wir richten sie nach getaner Arbeit in Ruhe auf einer Servierplatte an.
Sicherheit: Die Bedienung des E16 ist denkbar einfach und gelingt über einen Kippschalter an der Oberseite. Nachdem wir den Netzstecker in die Steckdose gesteckt haben, ziehen wir ihn von der mittigen 0-Stellung wahlweise zu uns heran auf Position I oder von uns weg auf Position II. Auf der ersten Position rastet der Schalter für den Dauerbetrieb ein, auf Position II müssen wir ihn für den laufenden Betrieb gedrückt halten. Es geht also nicht, wie wir zunächst angenommen hatten, um zwei Geschwindigkeiten, sondern um zwei Modi. Das bewährt sich in der Praxis: Wir schneiden ein ganzes Brot im Dauermodus, nutzen aber für die zarten Schinkenscheiben intuitiv die sichere Tastfunktion.
Die Positionierung des Schalters ist durchdacht und angenehm. Er gerät auch im laufenden Betrieb nie aus dem Blickfeld, was ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Käme es zu Problemen, zum Beispiel weil sich ein hartes Brot verkantet, wäre er sofort in Griffweite. Zugleich ist er oben am Gehäuse für Kleinkinder nicht zu erreichen.
Fazit: Der Allesschneider E16 von Ritter überzeugt mit Qualität. Er geht als Sieger aus unserem Test hervor. Die Maschine schneidet Brot, Schinken, Wurst und Gemüse mühelos und mit hoher Präzision. Sie ist besonders für Haushalte geeignet, in denen es Platz zum dauerhaften Aufstellen gibt. Wer häufig Brot oder Schinken mit einer Länge von mehr als 18 cm schneidet, muss sich allerdings eine Alternative suchen.
➕ Vorteile:
- hochwertige Verarbeitung
- präzises Schnittergebnis
- Dauer- und Tastbetrieb möglich
- Wellen- und Glattschliffmesser im Lieferumfang
- Auffangschale
- leiser, sparsamer Motor
➖ Nachteile:
- begrenzende Länge des Schlittens
2. Hohe Präzision und ein echter Design-Tipp: Graef G52 Twin
Der erste Eindruck: Der Allesschneider G52 Twin von Graef besticht durch seine kompakte Form, das zeitlose Design und eine hochwertige Verarbeitung. Das Gehäuse besteht aus Aluminium, Standfuß, Schlitten und Restehalter sind aus Kunststoff. Die Maschine wirkt wertig und passt zu einer gehobenen, modernen Küchenausstattung. Neben dem vorinstallierten Wellenschliffmesser gehört auch ein glattes Aufschnittmesser zum Lieferumfang. Ebenfalls beiliegend ist ein Tütchen lebensmittelechter Vaseline zum Fetten von Messer und Zahnrad. Eine Auffangschale gibt es als optionales Zubehör für rund 23 Euro.
Benutzung und Handhabung: Vom Krustenbrot bis zur weichen Salami stoßen wir mit dem Graef G52 Twin nicht auf Probleme. Die beiden Messer, Wellen- und Glattschliff, sind extrem scharf und die Scheiben gelingen so präzise wie bei einem Profi-Modell. Im Gehäuse arbeitet ein 45-Watt-Energiesparmotor, der bei Bedarf eine Spitzenleistung von 170 Watt erbringt. Angesichts der guten Ergebnisse wird der Wechsel zwischen den Messern fast schon zum unnötigen Luxus, ist aber im Handumdrehen erledigt. Eine Nut und eine Münze helfen uns, die Messerabdeckung zu lösen. Das Rundmesser selbst entnehmen wir danach durch eine leichte Drehung am mittigen Griff, was ein wenig Kraft erfordert.
Zu den Vorzügen der G52 zählt ihr langer Schlitten, der auch das Schneiden größerer Schinken oder Brote ermöglicht. Rund 23 Zentimeter liegen zwischen der hinteren Schlittenbegrenzung und dem Messer. Das sind einige mehr als bei den getesteten Konkurrenten, die entscheidend sein können.
Das Rad zur Schnittstärkeneinstellung ist nicht nur haptisch sehr angenehm, es bietet auch den idealen Widerstand für Einstellungen im Bereich von Millimeter-Bruchteilen. Die angezeigte Schnittbreite am Rad stimmt dabei exakt mit der tatsächlichen Breite der Scheiben überein. Wer genaue Anforderungen hat, etwa an die Dicke seiner Brotscheiben, bekommt sie hier erfüllt.
Sicherheit: Der Ein-/Ausschalter des Allesschneiders befindet sich am Gehäuse unten links und damit beim Schneiden außerhalb des Blickfelds. Das irritiert, zumal es bei diesem Allesschneider keine Taster-Option gibt. Steht der Schalter einmal auf „Ein“, dreht sich das Messer. Auch nach einer Unterbrechung des Stroms legt es wieder los, wenn zuvor niemand den Ausschalter betätigt.
Was beim Schalter an Sicherheit fehlt, ist beim Schlitten perfekt realisiert. Er lässt sich seitlich so arretieren, dass er das Messer als „smarte Kindersicherung“ vollständig abschirmt.
Fazit: Der Allesschneider G52 von Graef braucht wenig Platz und macht in jeder Küche eine gute Figur. Dank seiner hochwertigen Verarbeitung, des ausgeklügelten Motors und der extrem scharfen Messer liefert er präzise Schnittergebnisse, stufenlos von hauchdünn bis zu einer Dicke von 20 Millimetern. Nachteilig ist, dass es keine Alternative zum Dauerbetrieb gibt, und auch die Platzierung des Schalters ist insbesondere für Rechtshänder nicht optimal. Der Lieferumfang mit zwei Solinger Messern ist ein Plus, die Auffangschale haben wir nicht vermisst. Im Haushalt gibt es genügend Tabletts oder Teller.
➕ Vorteile:
- ansprechendes Design
- präzise Schnittergebnisse
- Wellen- und Glattschliffmesser im Lieferumfang
- sparsamer Motor
- langer Schlitten
➖ Nachteile:
- kein Tast-Betrieb möglich
- Schalter nicht optimal platziert
3. Viel Leistung für wenig Geld: Preis-Leistungs-Sieger Severin AS 3917
Der erste Eindruck: Mit seinem Korpus aus Kunststoff und Metall weckt auch der Severin AS 3917 unser Vertrauen. Gleich drei breite Nuten stehen auf der angeschrägten Auflagefläche für den Gleitschlitten zur Verfügung. Wir setzen ihn auf, und ein leichter Druck genügt, damit er hörbar in der mittleren Schiene einrastet. Ab sofort können wir den Schlitten leichtgängig nach vorn und nach hinten schieben. Hat er den äußersten Punkt erreicht, stehen gut 20 Zentimeter für Brot, Schinken & Co. zur Verfügung. Mehr Raum bietet von unseren Testgeräten nur der Graef G52.
Uns fällt auch das Stellrad für die Schnittstärke sofort auf. Der Hersteller hat es für die bessere Griffigkeit als Dekagon gestaltet. Jede Drehung quittiert das Rad mit einem metallischen Klick. Und drehen können wir hier sehr weit: Wie die große, weiße Zahlenskala am Rad zeigt, reicht die Schnittbreite bis zu 23 Millimeter. Das ist der Spitzenwert im Test. Der Drehmechanismus bedeutet jedoch auch, dass der Begriff „stufenlos“ hier nicht ganz zutrifft, da jedes Klicken einen minimalen Sprung mit sich bringt.
Zum Lieferumfang des Severin AS 3917 gehören neben Gleitschlitten und Fingerschutz auch ein Tablett, mit dem wir die abgeschnittenen Scheiben auffangen können. Das durchsichtige Plastik dieser Auffangschale schimmert blau, eigentlich eine Randnotiz, aber die Wirkung überrascht. Der Blauschimmer genügt, der Maschine im Kücheninterieur einen futuristischen Touch zu verleihen.
Nachdem wir das Kabel durch die Aussparung unten am Gehäuse geführt und den Stecker in die Steckdose gesteckt haben, kann der Test beginnen.
Benutzung und Handhabung: Der Schalter befindet sich gut sichtbar und erreichbar oben links am Gehäuse. In der mittleren Position ist die Maschine ausgeschaltet, auf Position I surrt der 150-Watt-Motor los, solange wir die Taste gedrückt halten. Position II führt schließlich zum Dauerbetrieb, der laut Beschreibung nicht länger als fünf Minuten am Stück genutzt werden sollte. Das ist die übliche Maximalzeit.
Die Tasten-Lösung, die wir in identischer Form schon von dem Modell von Ritter kennen, ist ausgesprochen benutzerfreundlich. Allerdings ist der Motor der Severin im direkten Vergleich deutlich lauter. Für die Praxis ist das nur bedingt von Belang, denn von „Lärm“ kann mit 68 dB wie bei den anderen Geräten auch bei Severin gar keine Rede sein.
Mit unseren üblichen Schneidetests von Brot, rohem und gekochtem Schinken, Wurst, allerlei Gemüse und einem relativ jungen Gouda hat der AS 3917 keine Probleme. Das passt, auch bei der hauchdünn geschnittenen Salami. Allerdings fallen unsere Scheiben generell etwas dicker aus, als auf der Skala angegeben.
Da das Wellenschliffmesser ganze Arbeit leistet, vermissen wir das glatte Messer nicht. Auch gelegentliche Kritik im Netz am Verkanten des Schlittens und unregelmäßigen Scheiben bei dünnem Schinken können wir im Test nicht nachvollziehen.
Sicherheit: Der Allesschneider AS3917 ist stabil und verfügt über alle notwendigen Sicherheitsfeatures, vom Einstellen der Anschlagplatte auf Messerhöhe bis hin zum Fingerschutz. Der Schalter ist optimal positioniert und verfügt über eine Tastfunktion mit automatischer Abschaltung. Das Messer lösen wir mit einer leichten Drehung der mittigen Verriegelung einfach. Probleme kann es bei einer zu geringen Haftung auf der Standfläche geben, zum Beispiel auf Holztischen. Die relativ leichte Maschine verrutscht bei uns mehrfach im laufenden Betrieb, nach dem Wechsel auf eine Steinplatte tritt das Problem aber nicht mehr auf. Die Saugnäpfe leisten hier verlässlich ihren Dienst.
Fazit: Der AS3917 von Severin ist ein solider Allesschneider zu einem guten Preis. Bei der Schnittbreite erzielt er in unserem Test sogar die besten Werte. Die Verarbeitung ist gut und wir haben keine Probleme in der Handhabung. Für alle, die auf ein Glattmesser verzichten und ein paar Euro sparen wollen, ist dieser Allesschneider von Severin eine echte Option.
➕ Vorteile:
- gutes Preis-Leistungsverhältnis
- solide Verarbeitungsqualität
- sehr große Schnittbreite
- Dauer- und Tastbetrieb möglich
➖ Nachteile:
- kein zweites Messer
- leichte Messabweichungen
4. Platzsparend für den gelegentlichen Einsatz: Emerio MS-125000.1
Der erste Eindruck: Der Allesschneider von Emerio überrascht schon bei der Ankunft. Nach den üppigen Paketen von Ritter, Graef und Severin drückt uns der Postbote einen Karton in die Hand, der bei Größe und Gewicht die Konkurrenz deutlich unterbietet. Ein Klapp-Mechanismus sorgt für das geringe Packmaß.
Mit einer Breite von weniger als zehn Zentimetern passt dieser Allesschneider zur Lagerung sogar zwischen die Kochbücher, falls in Ihrer Küche das digitale Zeitalter dort Lücken hinterlassen hat. Ausgeklappt liegt die Breite des Schlittens hingegen mit 195 Millimetern sogar deutlich über der Konkurrenz, bei der wichtigeren Länge allerdings darunter.
Der Zusammenbau ist ohne Werkzeug in wenigen Sekunden erledigt. Wir stecken zunächst den im Boden verstauten Schlitten seitlich auf, dann den Restehalter. Das war's mit der Installation. Eine Alternative zum Wellenschliffmesser gibt es bei Emerio nicht, womit der mögliche Wechsel entfällt. Das gelieferte Gerät besteht aus schwarzem Kunststoff und ist laut Hersteller BPA-frei.
Benutzung und Handhabung: Wir haben den Emerio MS-125000.1 mit dem Strom verbunden und die Schnittbreite über das seitliche Rad mittig justiert. Die Einstellung erfolgt stufenlos und reicht bis 17 Millimeter. Eine Anzeige in Millimetern oder eine andere Einteilung gibt es hier nicht. 17 Millimeter sind kein Spitzenwert, aber absolut alltagstauglich. Selbst den Leberkäse für die berühmte Semmel schneiden die meisten nicht dicker – und wenn doch, kommt das klassische Messer zu seinem Recht. Die Qualität eines Allesschneiders misst sich ohnehin eher an den hauchzarten Scheiben, denn das ist ohne elektrischen Helfer die größere Kunst.
Während Brot und auch Schalotten und Kohlrabi im Test dank des 100-Watt-Motors problemlos durch das Messer der Emerio gleiten, brauchen wir beim Schinken mehrere Versuche. Perfekte, also auch immer gleich dicke Scheiben sind eine echte Herausforderung. Das begrenzende Plastik vor dem Rundmesser ist einfach zu dünn, um dem manuellen Druck standzuhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Maschine mit ihren gummierten Füßen aufgrund des geringen Gewichts schnell verrutscht.
Sicherheit: Den Allesschneider von Emerio bedienen wir über zwei Schalter, die wir während des Schneidens zeitgleich drücken müssen. Wir empfinden dieses Feature im Test als etwas fummelig, gerade in Haushalten mit Kindern bringt es jedoch ein entscheidendes Plus an Sicherheit. Die Messereinheit entnehmen wir für die Reinigung über den mittigen Griff mit einer leichten Drehung gut und sicher und setzen sie so auch wieder ein.
Fazit: Der Emerio MS-125000.1 ist eine gute Wahl für Haushalte, die den Allesschneider nur sporadisch einsetzen und zwischendurch platzsparend verstauen wollen. Motor und Messer zeigen in unserem Test keine Schwächen. Beim Korpus, insbesondere bei der Anschlagplatte, hätten wir uns hingegen festeres Material gewünscht. Die Kunststoffwand gibt zu sehr nach. Das Rundmesser lässt sich dank der handlichen Griffmulde in der Mitte gut ein- und ausbauen, was die Reinigung erleichtert. Der Schalter sorgt für ein Plus an Sicherheit, ist allerdings bei längeren Einsätzen wenig nutzerfreundlich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei diesem Allesschneider ist in Ordnung.
➕ Vorteile:
- platzsparend klappbar
- günstig in der Anschaffung
- sichere Bedienung
- gutes Schnittergebnis
➖ Nachteile:
- zu nachgiebiges Material
- leichtes Verrutschen
5. Günstig und funktional: Eurel BasicLine RS42
Der erste Eindruck: Kennen wir dieses Modell nicht schon? Der Eurel BasicLine RS42 ist der optische Zwilling der Emerio MS-125000.1, beide Geräte scheinen weitgehend baugleich zu sein. Es ist also kein Wunder, dass sie sich in unserem Test sehr ähnlich schlagen. Wie so oft gibt es jedoch den kleinen, aber feinen Unterschied, der sich schon beim Auspacken zeigt: Der Hersteller hat beim Wellenschliffmesser auf den mittigen Griff verzichtet, was die Entnahme deutlich erschwert. Zwar gelingt es uns problemlos, das Messer zu drehen, aber dann fehlt es am Griff zur Entnahme. Das ist nicht gut gelöst.
Der ebenfalls klappbare RS42 kommt mit einem schwarzen Schlitten – beim Allesschneider von Emerio ist er durchsichtig –, der sich seitlich aufschieben lässt. Die Lösung ist einfach, aber funktional. Ebenfalls mit dabei ist ein Restehalter, den wir von oben auf den Schlitten aufstecken und je nach Breite des Schnittguts verschieben.
Im geklappten Zustand ist der BasicLine RS42 von Eurel nur gut neun Zentimeter breit, findet also auch in der kleinsten Küche bestimmt einen Platz.
Benutzung und Handhabung: Mit einem Preis unter 50 Euro ist der Eurel BasicLine RS42 die günstigste Maschine im Test, was leider auch bei der Materialanmutung deutlich wird. Die Kunststoffwand wirkt auf uns entschieden zu nachgiebig. Das wichtigste Teil, das Wellenschliffmesser, besteht jedoch aus Edelstahl und leistet gute Dienste. Das Messer gleitet ohne Probleme durch Brot, Schinken und Gemüse, sobald wir die beiden grauen Tasten zeitgleich drücken und auch gedrückt halten. Eine Einstellung im Dauerbetrieb ist nicht vorgesehen, der Motor stoppt ohne Betätigung der Tasten sofort. Wir sind mit den Ergebnissen unseres Schnitttests durchaus zufrieden, auch wenn es bei der Präzision gerade bei dünnen Scheiben Abstriche gibt.
Sicherheit: Der Umgang mit der Eurel BasicLine RS42 verlangt Aufmerksamkeit, denn die Maschine kann leicht verrutschen, und die Entnahme des Messers könnte, wie oben angedeutet, einfacher sein. Vorbildlich ist die Sicherheit hingegen beim Anschalten, da sich das Messer nur beim zeitgleichen und dauerhaften Drücken beider Bedienungstasten in Bewegung setzt.
Fazit: Der Eurel BasicLine RS42 eignet sich für preisbewusste Käufer, die einen Allesschneider für den gelegentlichen Einsatz im Haushalt suchen. Als schmales Leichtgewicht lässt sich der Allesschneider gut verstauen und es bedarf nur eines Handgriffs, um ihn wieder in Betrieb zu nehmen. Ein großes Manko ist der fehlende Griff zur Entnahme des Messers, denn damit entsteht ein unnötiges Sicherheitsrisiko bei jeder Reinigung.
➕ Vorteile:
- platzsparend klappbar
- preiswert in der Anschaffung
- sichere Bedienung
- gutes Schnittergebnis
➖ Nachteile:
- schwierige Entnahme des Messers
- zu nachgiebiges Material
- leichtes Verrutschen
Allesschneider: Die wichtigsten Fragen & Antworten
Was kostet ein elektrischer Allesschneider für den privaten Haushalt?
Die Preisspanne ist groß. Günstige Maschinen gibt es schon ab circa 30 Euro. Für edle Geräte wie die geschichtsträchtige Berkel-Schneidemaschine müssen Sie 600 Euro und mehr berappen. Wichtig ist, bei der Kaufentscheidung keine Kompromisse bei der Sicherheit zu machen.
Welche(s) Rundmesser benötige ich?
Allesschneider sind meist mit einem universellen Wellenschliffmesser ausgestattet. Es schneidet Brot, auch mit harter Kruste, ebenso wie Wurst, Käse, Gemüse und Obst. Für hauchzarte Schinkenscheiben sowie Carpaccio aller Art ist ein glattes Messer die ideale Option. Bei renommierten Marken wie Ritter oder Graef gehören sie als Zweitmesser zum Lieferumfang.
Kann ich gefrorenes Fleisch mit dem Allesschneider schneiden?
Tiefgefrorenes Fleisch ist steinhart und gehört nicht in den Allesschneider. Die Gefahr, dass das Messer oder der Motor Schaden nehmen, ist zu hoch. Auch das Verletzungsrisiko steigt. Sie sollten daher, je nach Größe des Schnittguts, eine Tauzeit von 20 bis 60 Minuten einhalten.
Ist ein klappbarer Allesschneider zu empfehlen?
Klappbare Allesschneider benötigen wenig Platz, wenn sie nicht in Benutzung sind. Wir empfehlen sie allen, die mit der Ablagefläche sparsam umgehen müssen und ihre Maschine nur sporadisch nutzen. Wenn Sie über ausreichend Fläche in der Küche verfügen, braucht es den Klapp-Mechanismus nicht. Investieren Sie lieber in einen stabilen Allesschneider, der das Interieur auch optisch bereichert und jederzeit einsatzbereit ist.
Wie werden die Allesschneider gereinigt?
Trennen Sie den Allesschneider zunächst vom Strom und stellen Sie das seitliche Rad so ein, dass niemand versehentlich in die Klinge greifen kann. Das ist bei allen Maschinen möglich. Danach entnehmen Sie die beweglichen Kunststoffteile, also die Auffangschale, den Schneidgutschlitten und den Restehalter, und reinigen alles mit etwas Spülmittel unter warmem Wasser. Scharfe Reiniger dürfen nicht mit der Maschine in Berührung kommen. Für die Reinigung des Gehäuses genügen ein feuchter Lappen und ein Pinsel, um Rückstände aus den Ritzen zu entfernen.
Das Rundmesser kann zum Reinigen entnommen werden. Sie sollten darauf achten, dass es vor dem neuerlichen Einsetzen vollständig trocknet. Gelegentlich ist es ratsam, einen Tropfen Pflegefett auf das Zahnrad des Rotormessers zu geben, damit es leichtgängig bleibt.
Wie viel Strom verbraucht ein Allesschneider?
Allesschneider für den privaten Haushalt gelten als genügsam. Sie arbeiten mit 45 bis 170 Watt und sind am Tag nur wenige Minuten in Betrieb. Die Stromkosten pro Jahr liegen damit nur im Cent-Bereich.
Wie lange gibt es die Allesschneider schon?
Der niederländische Fleischermeister Wilhelmus Adrianus van Berkel schrieb sich 1899 mit dem weltweit ersten Patent für eine mechanische Schneidemaschine in die Geschichtsbücher – und verkaufte noch im selben Jahr die ersten Geräte aus eigener Produktion. Einige der mehr als 100 Jahre alten Maschinen funktionieren bis heute und werden zu Liebhaberpreisen gehandelt. Allesschneider mit Strom kamen in den 1960er-Jahren in Mode.