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Auf der Hollywoodschaukel: Collien Ulmen-Fernandes "'Sexiest Woman' ist eine ziemlich alberne Kategorie"


Was war der Sommer ihres Lebens? Collien Ulmen-Fernandes über Quatsch-Erzählen, Männermacken und praktisches Eis für junge Mütter.
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Collien Ulmen-Fernandes gehört schon lange zum deutschen Showgeschäft. Die 32-Jährige ist seit jüngsten Jahren Model, hat sich im klassischen Tanz ausbilden lassen, ist als Sängerin aufgetreten und verdient ihr Geld als TV-Moderatorin und Schauspielerin. Seit 2011 ist sie mit Christian Ulmen verheiratet und seit 2012 Mutter einer Tochter.

Sie sind eine Veteranin der deutschen TV-Moderation. Waren Sie jemals versucht, etwas total Verrücktes, Abstruses zu sagen, während Ihnen Tausende Leute an den Lippen hingen? Einfach so, weil Sie konnten?

Dass ich Tourette-mäßig das Publikum beleidigen wollte, ist nicht passiert. Aber auch mal Unsinn zu erzählen, gehörte einfach dazu. Bei diesen ganzen Bravo-Shows früher war es oft so, dass die Künstler erst kurz vor ihrem Auftritt eingeflogen wurden. Einmal, da war ich relativ frisch dabei, hieß es: "Geh' mal raus und rede eine Dreiviertelstunde. Jeanette Biedermanns Privatjet landet zu spät." Und ich dachte. Okay, was mache ich denn jetzt eine Dreiviertelstunde lang mit dieser kreischenden Meute? Da musste ich einfach rausgehen und Quatsch erzählen, um die Hysterie am Leben zu halten. Inzwischen bin ich echt pannenerprobt. (lacht)

Stimmt es, dass Sie in einem Modern-Talking-Video tanzen?

Nicht ganz. Ich war Kindermodel und bis in Teeniezeiten in einer entsprechenden Agentur, die Kinder und Jugendliche für Filmcastings, Werbespots und eben auch für Musikvideos vermittelt hat. Über diese Agentur bin ich für ein Musikvideo von Modern Talking gebucht worden. Aber ich tanze nicht, wir waren eine Masse an Mädchen, die durch die U-Bahn laufen. Stefan Raab hat das Video mal ausgepackt und die Zeit gestoppt: Ich bin, glaube ich, 'ne halbe Sekunde zu sehen.

Sie wurden mal zur Sexiest Woman der Welt gekürt. Bedeutet Ihnen das irgendwas?

Grundsätzlich finde ich alle Wahlen, in denen jemand zum Besten von irgendwas gekürt wird, schwierig. Auch im Falle von Schauspiel-Ehrungen. Man kann die meisten Projekte gar nicht miteinander vergleichen und daher gar nicht sagen, dass der eine besser war als der andere. Sexiest Woman ist natürlich zudem auch noch eine ziemlich alberne Kategorie. Nichts, wo man sich auf die Schulter klopft und denkt, das muss ich in meiner Vita haben. Ich habe das immer überall rausgestrichen und auch in Wikipedia gelöscht. Aber irgendwelche Leute haben es immer wieder reingeschrieben. Das wird man nicht los. (lacht) Ich wundere mich immer, was für Wellen das schlägt. Ich hätte gern mal für einen Film solch einen PR-Aufschlag!

Ihr neues Projekt ist das Web-First-Format des Bayerischen Rundfunks "Mann/Frau", wo Sie auch mit Ihrem Mann spielen. Haben Sie beim Dreh etwas Neues über das andere Geschlecht gelernt?

Es gibt diese Folge "Frauenabend", in der ich als beste Freundin mit der Hauptdarstellerin zusammensitze, und wir lästern über Männer. Die Regisseurin Jana (Buchholz, Anm.d.Red.), die auch für die Bücher verantwortlich ist, hat alles reingeschrieben, was sie und ihre Freundinnen im Laufe ihres Lebens an Männern für Marotten entdeckt haben. Und da gibt es einiges, von dem wir dachten: "Genau". Zum Beispiel, dass Männer, die Schwierigkeiten mit Haarverlust haben, auf Fotos immer den Kopf anschneiden, so dass die Haare nicht mehr drauf sind. (lacht) An vielem, was in der Folge vorkam, ist leider echt was dran.

Was ist Ihre liebste Sommerbeschäftigung?

Im Garten sitzen oder von unserer Wohnzimmercouch auf die Spree schauen. Und bei uns in der Nähe gibt es ein Restaurant mit Blick aufs Wasser. Ich liebe es, da am Wochenende hinzugehen und auf die Boote zu gucken, während man isst. Wasser hat so etwas Beruhigendes. Also mit anderen Worten: Eigentlich mache in meiner Freizeit nichts Besonderes.

Hatten Sie als Kind ein Lieblingseis?

Ich habe früher immer Minimilk bekommen, wenn ich mit meiner Mutter einkaufen war. Das kriegt mein Kind jetzt auch immer. Weil es so klein ist, und so schnell gegessen ist. Das ist für Mütter extrem praktisch, weil es weg ist, bevor es in der Hand schmelzen und im T-Shirt nervige Flecken hinterlassen kann.

Das Gespräch führte Sophie Albers Ben Chamo.


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