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"Moderne Helden": Menschen, die zum Vorbild dienen

Gibt es in unserer heutigen Zeit noch Helden? Steffen Gill und Michael Fuchs machten sich auf die Suche und befragten 59 Menschen. Herausgekommen ist ein inspirierendes Buch.

Sieger, Ritter, Posen - Assoziationen zum Wort Helden. Doch moderne Helden? Die Herausgeber Steffen Gill und Michael Fuchs machten sich auf die Suche und interviewten 59 Menschen. Dabei liest sich das Inhaltsverzeichnis nicht gerade wie ein Heldenregister. Gut, bei einem Feuerwehrmann ist noch vorstellbar, dass er gute Taten vollbracht hat, aber was machen ein Gärtner, eine Institutsleiterin oder eine Verwaltungsangestellte zwischen bekannten Namen wie Alfred Biolek oder Peter Maffay?

Die Herausgeber erklären ihr Anliegen: "Für uns persönlich sind jene Menschen Helden, die ihr Leben einer Sache gewidmet haben, die größer ist als ihr Wunsch nach dem eigenen Wohlergehen und die überpersönlich zum Wohle anderer handeln. Jedes menschliche Wesen hat somit das Potential, ein Held sein."

Knapp bemessener Platz

Dass "Moderne Helden" auch Menschen zu Wort kommen lässt, die nicht durch ihre Karriere bereits bekannt sind und es scheinbar leichter haben, sich für etwas Sinnvolles einzusetzen, macht das Buch spannend. Ein Manko ist jedoch, dass für jeden Befragten nur wenig Platz zur Verfügung steht. Bei einigen der vorgestellten Helden reicht dieser aus, wenn sie beispielsweise das PR-Repertoire ihrer Organisation herunterbeten wie Oinone Buschendorff-Schaar, die stellvertretende Vorsitzende des "Hunger Projekts e.V.". Bei anderen, wie Anna Gamma, der Institutsleiterin, wäre es schön, mehr zur Person und ihrer Sichtweise zu erfahren.

Gerade bei so verschiedenen wie interessanten Projekten, in welche die Vorgestellten so viel Zeit und Energie investieren, kann das Buch nur neugierig machen, nicht aber das geweckte Interesse befriedigen.

Dennoch, die gestellten Fragen sind abwechslungsreich und wurden ernsthaft oder auch mit einem Augenzwinkern beantwortet: "Ist es auf Dauer möglich, ohne einen größeren sinnvollen Zusammenhang zu leben?" Oder auch: "Was ist die Wahrheit?" Wenn Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Hans-Peter Dürr, Physiker am Max-Planck-Institut für Physik oder auch Caty Hartung von der Buddhistischen Diamantwegstiftung auf diese Fragen antworten, ist das Buch eine spannende und vor allem anregende Lektüre.

Carola Güldner

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