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Deutscher Buchpreis: Katharina und die Habenichtse

Die Schriftstellerin Katharina Hacker hat den mit 25.000 Euro dotierten Deutschen Buchpreis gewonnen - mit einem flirrenden Roman über die Ziellosigkeit der 30 bis 40-Jährigen.

Die 39-jährige Autorin, die in Berlin lebt und in Frankfurt geboren wurde, gegen fünf andere Werke durch, darunter Martin Walsers "Angstblüte", Ingo Schulzes "Neue Leben", Ilja Trojanows "Der Weltensammler", Thomas Hettches "Woraus wir gemacht sind" und Sasa Stanisics "Wie der Soldat das Grammofon repariert" ins Finale. Mit dem Preis soll die deutschsprachige Literatur auch im Ausland bekannter gemacht werden. Im vergangenen Jahr erhielt der österreichische Autor Arno Geiger für "Es geht uns gut" die Auszeichnung.

Treibende und Getriebene

In Hackers zeitkritischem Roman geht es um ein erfolgreiches junges Paar, das sich am 11. September 2001 - dem Tag der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York - auf einer Party in Berlin trifft. Beide gehen nach London. Dort gerät ihr Leben plötzlich aus den Fugen.

"Die Habenichtse erzählt die Geschichte von Haben und Sein neu. Ihre Protagonisten sind in den Dreißigern, wissen alles und kennen doch eines nicht: sich selbst. Sie lassen sich treiben und sind gleichermaßen Getriebene", erklärte die Jury. In einer "flirrenden, atmosphärisch dichten Sprache" stelle Hacker die Fragen nach den Werten unserer Gesellschaft. Die besondere Qualität des Romans bestehe darin, dass sich Hacker "mit den plakativen Antworten von Politik und Medien" nicht zufrieden gebe.

Der jedes Jahr neu gewählten Jury gehörten die Autoren John von Düffel und Terézia Mora an, die Kritiker Volker Hage ("Der Spiegel"), Elmar Krekeler ("Die Welt"), Pia Reinacher, Denis Scheck (Deutschlandfunk) und der Buchhändler Stephan Samtleben an.