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Gar nicht "traurög": Urmel-Schöpfer Max Kruse feiert seinen 90.

Er ist der Vater des Urmel. Am Samstag (19.11.) wird der Kinderbuchautor Max Kruse 90 Jahre alt - groß feiern lassen will er sich aber nicht.

Ein Eisberg wird eines schönen Tages an den Strand der tropischen Insel Titiwu geschwemmt. Darin verborgen ist ein Ei. Staunend blicken die Inselbewohner auf das Wesen, das sich langsam herausschält: Ein Urmel - einer der letzten Dinosaurier, mit Nilpferdschnauze, langem Schweif und kleinen Flügeln. Kinderbuchautor Max Kruse ist der Schöpfer des grünen, lispelnden Urmel. Die Geschichten von Urmel und seinen Freunden wurden weltweit mehr als 800 000 Mal verkauft. Am Samstag (19.11.) feiert der Urmel-Papa seinen 90. Geburtstag.

Bis heute wundert sich Max Kruse über seinen Erfolg. Aber Schriftsteller wollte er schon als kleiner Junge werden. "Da es in meiner Kindheit weder Radio, noch gar Fernsehen und Internet gab, kannte ich nur Bücher, die ich verschlang", zitiert sein Verlag den Autor. Sein künstlerisches Elternhaus prägte den 1921 in Bad Kösen an der Saale geborenen Jungen: die Mutter war die Puppenmacherin Käthe Kruse, der Vater der Bildhauer Max Kruse. Für die Puppen und Stofftiere seiner Mutter schrieb er auch sein erstes, 1952 veröffentlichtes Kinderbuch: "Der Löwe ist los" sollte ursprünglich mit Fotos der von Käthe Kruse geschaffenen Figuren illustriert werden.

Mehr als 50 Kinder- und Jugendbücher hat Kruse geschrieben. Er selbst hält seinen Fantasy-Roman "Der Schattenbruder" für sein bestes Buch. Am berühmtesten und beliebtesten aber sind sein vorlautes Urmel und die anderen liebenswerten Inselbewohner: Der Waisenjunge Tim Tintenklecks und Professor Habakuk Tibatong, der den Tieren das Sprechen beigebracht hat - sieht man mal von einigen kleinen Sprachfehlern ab. Da ist Ping Pinguin, der dem Waran Wawa seine Riesen-Muschel ("Mupfel"!) neidet. Die Schweinedame Wutz ("Öff Öff") kümmert sich um den Haushalt, während draußen auf einem Felsen vor der Küste der Seele-Fant seine "traurögen" Lieder singt.

"Ur-chen, das gefiel mir nicht"

Elf Urmel-Bände gibt es. Und schon in ihrem Entstehungsjahr 1969 wurde die Geschichte von der Augsburger Puppenkiste mit Marionetten nachgespielt und vom Hessischen Rundfunk verfilmt. Mitte der 90er Jahre folgte eine Zeichentrick-Adaption. 2006 und 2008 kamen die Kinofilme "Urmel aus dem Eis" und "Urmel voll in Fahrt". Es gibt ein Urmel-Musical und in einer auf Sat.1 ausgestrahlten Theaterfassung wurde das Drachentier von Komiker Dirk Bach gespielt, der auch zahlreiche Urmel-Hörbücher aufgenommen hat.

Und wie kam das Urmel zu seinem Namen? ""Ur" - wie Ur-Zeit, das stand schnell fest, und eine Zärtlichkeits-, eine Verkleinerungsform musste dazu", so der Schriftsteller. "Ur-chen, das gefiel mir nicht, Urli auch nicht. Aber Urmel, das passte." Nachdem er als Kind oft krank war und in den Genesungszeiten seine Liebe zur Literatur entdeckte, studierte Kruse bis 1943 in Jena. Er arbeitete später als Kaufmann und baute 1945 die Werkstätten seiner Mutter in Bad Pyrmont neu auf. Der alte Betrieb in Bad Kösen war enteignet worden. Das Unternehmen übergab er 1958 an seine Schwester.

Neben dem Urmel sind "Lord Schmetterhemd" und "Don Blech" weitere Kruse-Charaktere, die bei der Augsburger Puppenkiste ein Leben an Fäden führten. Aber auch Kurzgeschichten, Gedichte ("Schafsgedanken") und eine Autobiografie hat er geschrieben. Kruses Geschichten wurden unter anderem ins Chinesische, Englische, Finnische, Russische, Koreanische und Dänische übersetzt. Mit seiner Frau, der chinesischen Musikerin und Malerin Shaofang, lebt Kruse zurückgezogen im oberbayerischen Loisachtal. Wenn er schreibt, dann natürlich am Computer, zwei eigene Websites hat der Schriftsteller. Zu seinem Geburtstag wünscht sich Kruse Gesundheit und "einen möglichst unbelasteten ruhigen Tag".

Elke Vogel, DPA / DPA
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