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Hintergrund: Was sind eigentlich Märchen?

Warum ist das Riesen tötende tapfere Schneiderlein eine Märchenfigur, der Drachen tötende Siegfried jedoch nicht? Wir erklären, was ein Märchen zum Märchen macht.

Als Märchen bezeichnet man kurze Prosaerzählungen, die von fantastischen Vorgängen berichten. Tiere können sprechen, Menschen in Tiere oder Pflanzen verwandelt werden und übernatürliche Wesen wie Zauberer, Hexen, Riesen, Zwerge, Drachen und Feen spielen regelmäßig eine Rolle. Märchen beziehen sich nicht auf geschichtliche Orte, Zeiten oder Personen - das unterscheidet sie von Sagen und Legenden. Und sie haben eine verbindende Moral: Wenn Gut und Böse kämpfen, werden die Guten erst leiden, letztlich aber gewinnen.

Der Inhalt von Märchen ist oft grausam und gewalttätig - Mord, Kindesaussetzung und Verbannung sind an der Tagesordnung. Wie konnten sie dann den Weg in die Kinderbücher finden? Ursprünglich waren Märchen tatsächlich für Erwachsene gedacht. Die mündliche Weitergabe erforderte ein gutes Gedächtnis. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden sie, inzwischen verschriftlicht, wegen ihrer vermeintlichen Irrationalität und Phantasie der Kinderliteratur zugeordnet.

Alte Erzählungen, neue Literatur

Nach ihrer Entstehung unterscheidet man Volks- und Kunstmärchen. Die so genannten Volksmärchen wurden über sehr lange Zeiträume weitergegeben. Ihre Entstehung und ihr Verfasser sind daher unbekannt. Oft kursieren sie in verschiedenen Versionen in unterschiedlichen Ländern. Kunstmärchen sind neueren Datums, schriftlich fixiert und von bekannten Autoren verfasst. Häufig haben diese Dichter sich jedoch inhaltlich an der Erzählstruktur und der Naivität der Volksmärchen orientiert. Bekannte Märchendichter sind Ludwig Tieck, Clemens von Brentano und E.T.A. Hoffmann - aber auch Hans Christian Andersen.

Die ersten Sammlungen von Volksmärchen stammen aus Italien (von Basile), bald darauf folgten französische Werke (von Perrault). Auf deutschem Gebiet war im 17. Jahrhundert Johannes Praetorius der erste Märchensammler, dessen Werk auch für die Brüder Grimm nützlich werden sollte. Diese beiden, Jacob und Wilhelm, sind die ersten, die man in Deutschland heute mit dem Gedanken an Märchen verbindet. Sie sammelten Märchen aus verschiedenen Quellen und gaben sie erstmals 1812 als "Sammlung der Kinder- und Hausmärchen" heraus. Wenn ein Märchenbuch im heimischen Bücherregal steht, so ist es häufig dieses.

Weitere bekannte deutsche Märchensammler und -dichter waren Ludwig Bechstein mit seinem "Deutschen Märchenbuch" (1854) und Johann Karl August Musäus mit seinen "Volksmärchen der Deutschen" (1782-1786).

Claudia Fudeus
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.